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Hochzeit Gästeliste – ein Drahtseilakt

Hochzeitsplanung Gästeliste

„Die Tante Mimi musst du auch einladen!“ „Wer ist Tante Mimi?“ „Die Cousine der Halbschwester deiner Großmutter.“ „Wer ist Tante Mimi?“ „Deine Großtante“ „Wo habe ich die gesehen?“ „In Obertauern“ „Obertauern? Wann war denn das? Kann mich nicht erinnern?“ „1989“ „Da war ich A…Acht!?“ „Ja, 89 warst du Acht Jahre alt“ „Und warum soll ich die einladen?“ „Das ist deine Tante!“
Wer als Braut oder Bräutigam nicht ein ähnliches Gespräch während der Erstellung der Gästeliste gehabt hat, kann sich glücklich schätzen. Die meisten Brautpaare finden sich in solchen Gesprächen mit Eltern, Großeltern und Schwiegereltern wieder. Tante Mimi, Großcousine Annemarie, Onkel Georg von und zu Irgendwo & Co. Alle müssen dabei sein am großen Tag. Während die eigene Gästeliste und die Kosten exponentiell steigen, kommt man in Argumentationsnot wenn man die Großcousine un den Onkel Who-is-Who aus Bayern nicht einladen mag. Vor allem wenn man keine finanziellen Gründe nennen kann, weil Eltern, Großeltern und Schwiegereltern sich an den Festivitäten beteiligen. Damn it! Nicht nur einmal hört man den Satz „Na dann zahl ich das noch für die Tante Annie“. Versucht man dann die Platz-Problematik darzustellen hört man womöglich „nah geh, den einen Platz – es wird sicher wer absagen und dann geht das schon“. Jegliche diplomatischen Signale „Wir wollen die nicht einladen“ (wer sich selbst einen Gefallen machen möchte, sagt das nicht in diesen Worten) werden überhört und man kann der Gästeliste zuschauen wie sie Freunde verliert und Unbekannte gewinnt. Der Albtraum jedes Brautpaares.

Wer jetzt glaubt, dass das nur der Fall ist wenn sich die Familienmitglieder finanziell beteiligen: Nein, das ist nicht so. Schlimmer als Argumenttaion in Sachen Finanzierung, Platz, Essen & Co ist das „Das ist aber DEINE Familie“ Argument. Wer bis zu diesem Satz sich sicher war dass bei der Hochzeit es vor allem um „ Unsere Familie“ geht, wird plötzlich in sich den Drang spüren nachsehen zu wollen ob eh „Deine & Meine“ gleichauf sind. Aus Erfahrung kann ich sagen: Den Gedanken einfach vorüberziehen lassen und sich nicht auf dieses Spiel einlassen. Das ist ein ganz fieser Trick um die eigenen Interessen – also die eigenen Freunde und Verwandte – auf die Gästeliste zu bringen.

Wer sich jetzt denkt „Das ist mir alles egal – wer kommt und so“, der sollte sich das nochmal überlegen. Wer eine schöne und lustige Hochzeitsparty haben möchte, sollte auch Menschen einladen mit dem er/sie gerne zusammen ist. Wenn am ende die meisten Gäste um Mitternacht gehen weil sie sonst „zu wenig schlaf bekommen“, „ihre Blutdrucksenker nehmen müssen“ oder weil „morgen die Enkelkinder Zuhause sind „– ist man nicht nur enttäuscht, sondern hat einfach nicht das was man sich wünscht. Also heißt es die Gästeliste auch clever zu gestalten. Aber wie?

  •  + 60% Happy-People : Es gibt Freunde und Verwandte die Feste feiern wie sie fallen, die sich für einen Freuen, die einen so nehmen wie man ist, usw. Mindestens der Hälfte der Gäste sollte auch so sein.
  • Ladet der Form halber schon von euch aus die besten Freunde der Eltern ein. Auch wenn ihr nichts mit Ihnen zu tun habt. (Kommt gut bei Diskussionen 😉
  • Ladet die Verwandten ein die euch kennen und mögen.
  • Ladet niemanden ein der euch nicht wirklich wichtig ist und dem ihr nicht wirklich wichtig seid.
  • Ein paar „Würde ich gerne einladen“ Kandidaten sind immer gut. Meistens werden Leute krank oder sie sagen doch ab. Vor allem die spontanen Freunde die einen das nicht übelnehmen, sollten auf diese Liste 😉

Wenn es trotzdem zu Diskussionen kommt, darf man auch harte Geschütze auffahren:
„Wir heiraten nur einmal“
Was soll man auch zu dem Argument sagen? Man muss ja nicht radikal sein, aber wenn alles glattgeht, dann wird man wirklich nur einmal in seinem Leben so ein Fest haben. Das sollte auch dann so sein, wie man sich das wünscht, oder? Na dann! 😉 Zeit für Freudentränen!

Hochzeitsplanung Gästeliste Tipps

Wie geht’s euch mit der Gästeliste? Oder wie habt ihr das gehandhabt?

Fotos ©Linse2

CategoriesHochzeit
Viktoria

"The History of the world is not the theatre of happiness. Periods of happiness are blank pages in it, for they are periods of harmony--periods when the antithesis is in abeyance." Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Ich bin 37 , wohne im Speckgürtel von Wien und betreibe diesen Blog seit 2009. Seitdem hat sich viel geändert. Heute schreibe ich um die Themen die mir am meisten am Herzen liegen, über die Geschichten die ich bisher erlebt habe, die Erfahrungen die ich sammeln durfte , die Menschen denen ich begegnet bin, gebe Tipps rund um meine Lieblingsthemen und mehr. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht mich immer weiter zu entwickeln, neues auszuprobieren und jede Angst zu überwinden die mich daran hindert ein erfülltes Leben zu führen. Ich bin hier um so viel mitzunehmen wie es geht und jeden Tag in diesem Paradies mit allen meinen Sinnen und Möglichkeiten zu erleben.

  1. Alex says:

    Hallo Viktoria,
    danke für den tollen Beitrag! Ja du hast recht, da geht’s definitiv vielen so! Und wohl eben deswegen weil dies ein Thema ist, welches fast auf jede Hochzeit anzuwenden ist, gibt’s sogar schon ein ganzes Buch darüber 🙂 » „Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen“ » http://goo.gl/sRz6CB
    Liebe Grüße,
    Alex

    1. Viktoria says:

      Hallo Alex,
      Danke für die lieben Worte.
      Wie cool ist das denn! Muss ich gleich lesen. Klingt echt interessant 🙂
      Danke!

      Alles Liebe,
      Viktoria

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