Ich bin zurück und irgendwie dann doch nicht. Nach meiner 30 Stunden Reise zurück von Lembongan nach Wien, bin ich noch zeitlich in Indonesien und geistig irgendwie noch dazwischen im Nirwana. Es war die schönste Reise meines bisherigen Lebens und das nicht nur weil Bali und die umlegenden Inseln einfach umwerfend sind, sondern weil ich diese Reise mit dem schönsten Menschen teilen durfte den ich kenne. Wenn ich daran denke dass ich mit diesem Menschen den Rest meines Lebens verbringen werde, ist das wohl das schönste Geschenk das mir das Leben machen konnte. Ihr werdet noch viel über die Reise hier lesen – ich habe Buch geführt und die eine oder andere Geschichte erlebt die einfach auf Papier musste , aber erst müssen die Fotos kommen und die sind noch in Bali 🙂

Zurück-kommen entpuppt sich gerade als echte Herausforderung. Nicht weil ich in einer anderen Zeitzone lebe und ich um 3 Uhr Morgens aufwache, sondern weil alles irgendwie Fremd ist – mein eigenes Leben ist mir irgendwie fremd geworden im letzten Monat. Die Rückreise hat mich etwas vorbereitet auf Zuhause, zumindest dachte ich dass das größte Problem das um mich herum sein wird. Zuerst Singapur ( eine unglaublich sauberer Stadt) und dann Frankfurt. In Singapur habe ich über die Sauberkeit gestaunt und mich erstmal nach einem Monat wieder auf eine öffentlich zugängliche Toilette gefreut. In Frankfurt habe ich hingegen die Launen der Menschen an ihren Gesichtern abgelesen – kurzzeitig wollte ich schon jemanden fragen ob es ihm nicht besser gehen würde wenn er lächeln würde – so viele grimmige und angefressene Gesichter habe ich im ganzen letzten Monat nicht gesehen- irgendwie grausig dieser „Unmut“. Aber das war alles Peanuts.

Der wirkliche Schock kam erst wie ich die Wohnungstüre aufgemacht habe. Nach einem Monat aus dem Rucksack und 20 m2 Bungalows war mein erster Gedanke „Wer um Himmels willen braucht so viel Platz?“ dicht gefolgt von „Was ist das für ein Zeugs?“. Ich habe ungefähr 2 Stunden gebraucht um wieder mich etwas Zuhause zu fühlen. Dabei habe ich geistig angefangen alles wegzuschmeißen – alles. Nach einem Monat in dem ich mich intensiv mit Buddha, Hinduismus, Natur, Menschen, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Yoga & Co beschäftigt habe, wirkt das Leben im Überfluss das ich Zuhause vorfinde etwas eigenartig bis zu sinnlos Nein nicht richtig sinnlos, sondern es muss einfach überarbeitet und beleuchtet werden. Also ran an die Arbeit. Nach den 2 Stunden schreite ich zur Tag und stecke alles in den Müll das mehr als einem Monat alt ist – Papier. Gleichzeitig plagt mich das Gewissen – ich habe mir in Indonesien angewöhnt so wenig weg-schmeiß-zeug zu haben wie möglich – denn da gibt es keine Müllabführ sondern nur Selbst-Verbrennung oder das Meer ( mehr ein anderes mal).

Nach weiteren 2 Stunden bin ich komplett fix und foxi , lege mich auf die Couch und denke ich entspanne mal bisschen, schließlich sind noch immer die 30 Stunden hinter mir. Fälschlicherweise mache ich den TV an – die alte Gewohnheit- und staune: Was ist denn das? Schnell wieder ausschalten. Fernsehen ist- außer für gute Dokumentationen – hiermit abgeschafft. Und jetzt? Schlafen darf ich ja nicht. Also habe ich mir kurz eine Zeitschrift geschnappt in der ich nur ein Bild finde das mir gefällt, den Rest der Zeitschrift habe ich dann auch entsorgt – Papier, warum eigentlich Papier? Die Erschöpfung macht sich bemerkbar, gleichzeitig muss ich aber schauen dass ich nicht einschlafe also beschäftige ich mich mit den nächsten Tagen.

Während ich mich zur Yoga Challenge anmelde und einen Nähkurs buche (den ich schon vor einem Jahr machen wollte) frage ich mich was ich denn früher eigentlich so an einem Feiertag gemacht habe – irgendwie kommt es mir vor wie als ob ich das im letzten Jahr vor lauter Überforderung alles vergessen habe zu tun was mir gefällt und jetzt weiß ich gar nicht was es ist. Erstmalig in meinem Leben überkommt mich so etwas wie „Langeweile“ die ich aber dann gleich nutze um etwas zu meditieren und einen Spaziergang zu machen. Herrlich!

Ich habe das Leben anscheinend nicht entschleunigt , sondern ausgebremst und jetzt schlendere ich langsam wieder los. Plötzlich fühle ich mich als ob ich einen richtigen Weg wieder richtig gehen würde, fühle den Boden unter den Füßen und sehe Abzweigungen, Ideen, Möglichkeiten & mehr. Weg ist die Hektik, die unnötige Eile… Neustart! es kann los gehen!… Auf, auf ein neues Leben mit allem was ich im letzten Monat wieder entdeckt habe und was ich liebe und das mit der inneren Ruhe die ich mir wieder errungen habe und das mit der notwendigen Zeit um alles neu zu strukturieren, probieren und das passende zu verinnerlichen.

Life rocks!

Bilder, Tipps & Stories aus Bali, Gili Island & Nusa Lembongan gibt es in den nächsten Wochen! Stay tuned! Wer eine Reise nach Indonesien plant und Infos braucht, kann sich gerne bei mir melden!

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5 comments

  1. ich freu mich auf dein Erzählen,
    ist deine äußere Reise auch eine innere,
    und kann ich dann mit dir reisen,
    innerlich und äußerlich in Gedanken

    doch erstmal – welcome back!
    und behalt dir das „dort“
    auch ein bissl für hier …

    Herzensgrüße
    Daniela

  2. Das war sicher eine unglaublich bereichernde & inspirierende Erfahrung, durch die man vieles (oder fast alles) in einem neuen Licht sieht. Wünsche Dir, dass Du Dich auch hier wieder wohl fühlst und bin gespannt, ob und wie sich diese Erfahrung nachhaltig auswirkt! Auf die Fotos bin ich auch schon gespannt 🙂 … – Liebe Grüße,

    Katja

    http://www.collectedbykatja.com

    1. Da hast du recht. Irgendwie wird alles etwas anders. Bin auch schon neugierig wie viel ich da auch behalten werde und ob ich es auch schaffe die vielen neuen Überlegungen in meinen Alltag einzubringen 🙂 Schauen wir mal!

      Alles Liebe
      Viktoria

  3. Willkommen zurück!
    Ich stelle auch gerade wieder einmal fest, was sich so alles ansammelt und überlege mir immer wieder, alles ‚raus zu werfen und mein Leben zu „entmisten“…
    Bin gespannt auf Deine Geschichten.
    Ganz liebe Grüße 🙂

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