Vor einigen Monaten flatterte eine E-mail von Sylvia Fritsch bezüglich einer Frage zu ihrem Post über Ethical Blogging bei mir hinein. Als ich den Namen ihres Blogs „PR Spionin“ gelesen habe, hat es mich sofort neugierig gemacht: Wer ist das? Was finde ich da? Meine Neugierde wurde definitiv nicht enttäuscht: Ihr Blog ist wahnsinnig informativ, gut recherchiert  und (natürlich) auch toll geschrieben. Das Thema? Natürlich PR und alles, was damit zu un hat. Sie bietet auch Workshops & Consulting in Sachen PR an. Ich finde ihre Arbeit toll und habe sie deswegen gebeten mir einige Fragen rund um ihren Blog, ihre Arbeit und wie sie mit ihrer Work-Life Balance zurecht kommt, gestellt – enjoy!

1. Wie entstand die Idee für die PR Spionin?

Hinter der PR Spionin steckt die Idee, einen PR-Blog für meine Wiener PR-Kolleginnen und Kollegen zu machen, ihnen frische Inputs für die PR-Arbeit zu liefern und aufzuzeigen, welche neuen Möglichkeiten die Digitalisierung mit den Bereichen Social Media und Blogger Relations für die PR bringt. Mein Fokus liegt auf der Wiener Kommunikationsbranche, daher bringe ich auch Interviews mit PR-Kollegen, Journalisten und Bloggern oder etwa Tipps für Pressekonferenzlocations in Wien. Den Namen „PR Spionin“ hab ich gewählt, weil der erstens zu mir als wissbegieriger Mensch passt und zweitens auch zu meiner Positionierung als „Wiener PR-Blog“, gilt Wien doch als die Welthauptstadt der Spione. Außerdem ist der Name leicht zu merken, das war mir auch wichtig.

2. Mit welchen Herausforderungen wurdest du konfrontiert, als du deinen Blog gegründet hast?

Am Anfang ist mir durchaus Skepsis entgegengeschlagen – „Wieso schreibst du einen PR-Blog, es gibt doch schon den „Horizont“ und das „Pressesprecher“-Magazin?“ Da ist mir noch einmal mehr bewusst geworden, dass meine eigene Branche, die PR, zum Teil leider im Bereich Digitalisierung der Zeit hinterherhinkt, zumindest hier in Österreich. Ein Blog ist ja im Jahre 2017 wirklich nichts Neues mehr. Andere Kollegen fanden die Idee einen Blog zu schreiben toll, wünschten sich aber Hilfestellung für einen eigenen Blog. Ich hab daher zum einen ein Blog-Manifest verfasst, in dem ich meine Blog-Positionierung klargestellt habe, und zum anderen eine Serie „Blog-Coaching für PR-Leute“ ins Leben gerufen. Darin vermittle ich monatlich Basis Know How über das Bloggen, speziell zugeschnitten für PR-Leute.

3. Wie hat sich dein Leben verändert, als du die PR Spionin gegründet hast?

Ein Blog, auf dem regelmäßig publiziert wird, macht sehr viel Arbeit, da darf man sich nichts vormachen! Es macht natürlich auch viel Spaß, in Themen einzutauchen, sie aufzubereiten und zu gestalten, aber es kostet Zeit. Durch meinen eigenen Blog ist mir auch klar geworden, dass ich viel lieber selbständig als PR-Beraterin arbeiten möchte. Ich habe erkannt, dass im Bereich digitale PR oft noch Aufholbedarf besteht: Die Digitalisierung ändert auch in der PR so viel, manche Kollegen scheinen regelrecht eine Abneigung dagegen zu haben. Ich bin der Überzeugung, dass sich die PR vor den geänderten Anforderungen nicht verstecken muss und vielmehr die neuen Chancen ergreifen sollte. Für mich ist Digitalisierung kein Lippenbekenntnis, sondern ich lebe sie auch tagtäglich. Ein ganz wesentlicher Part dabei ist sicher auch mein Blog.

4. Wie sieht für dich der perfekte Arbeitstag aus?

Ein perfekter Arbeitstag ist für mich, wenn ich konzentriert an meinen Projekten arbeiten kann, ohne dazwischen zu viele Termine zu haben. Networking mit Gleichgesinnten ist mir aber auch wichtig, weshalb ich mich bemühe mich on- wie offline gut zu vernetzen und auszutauschen. Ein weiteres wichtiges Thema ist life-long-learning: Wenn es meine Zeit erlaubt, lese ich daher zwischendurch gerne Fachartikel oder höhere entsprechende Podcasts, die mich wiederum für Arbeit oder Blog inspirieren.

5. Was möchtest du mit deinem Blog bewirken?

Mit meinem Blog möchte ich PR-Leuten Inputs für ihre Arbeit geben, oder auch mal zum Nachdenken anregen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder anderen Kollegen ebenfalls zum Bloggen animieren könnte.

6. Was wünscht du dir für die PR Spionin in 5 Jahren?

In fünf Jahren möchte ich einfach noch immer Spaß am Bloggen und noch viel mehr Austausch und Diskussion am Blog haben als heute. Mein großer Traum wäre es, auch einmal ein Buch zu meinem Thema zu schreiben – schauen wir mal, was in fünf Jahren ist…

7. Wolltest du schon immer einen Blog starten?

Nein, ich bin erst durch das Corporate Blogging bei einem früheren Arbeitgeber so richtig auf das Bloggen gestoßen. Aber von da an hat mich das Blog-Fieber nicht mehr losgelassen. Ich lese übrigens auch sehr gerne andere Blogs aus verschiedenen Bereichen von persönlichen Lifestyle-, Reise- oder Buchblogs bis hin zu PR, Social Media und Content Marketing Fachblogs. Auch deinen Blog Weibi und die August-Blogs stehen ganz oben auf meiner Leseliste!

8. Was macht dir am Bloggen am meisten Spaß?

Das ist eine gute Frage – mir macht so viel rund ums Bloggen Spaß. Wenn ich eine Sache herausgreifen soll, dann würde ich das Kreativ sein nennen. Ideen entwickeln, was meine Leser interessieren könnte und wie ich das Thema aufbereiten könnte, das mag ich wahnsinnig gern. Deswegen hab ich wohl auch einen unendlich langen Themenplan, der glaub ich noch für mindestens ein ganzes Jahr reichen sollte. 🙂

9. Was würdest du jedem raten, der mit dem Bloggen anfangen möchte?

Just do it! Bloggen ist keine Hexerei, die größte Hürde liegt meistens beim Start. Gerade wenn man zum ersten mal mit dem selbst gehosteten WordPress (WordPress.org) arbeitet, muss man sich mit der Technik beschäftigen, aber das ist alles erlernbar. Ich würde aber auch empfehlen, sich genau zu überlegen, wie man den Blog positionieren will, wenn man es halbwegs professionell machen möchte. Es gibt einfach schon so viele Blogs da draußen. Man sollte sich immer fragen: Welche Probleme meiner Leser will ich durch meine ganz spezielle Expertise lösen? Außerdem würde ich empfehlen, sich am Anfang nicht zu übernehmen: Bloggen ist eine Langstreckendisziplin, da ist es besser kontinuierlich einmal pro Woche zu bloggen als vier Wochen lang jeden Tag und dann entkräftet und entnervt den Blog wieder aufzugeben.

10. Du hast deine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Gibt es so etwas wie Work/ Life Balance?

Daran muss ich wohl noch arbeiten! Am späteren Nachmittag hab ich wegen meiner beiden Kinder meistens eine kreative Pause, dafür arbeite ich bis tief in die Nacht hinein und das ist auch nicht so toll. Aber ich habe Spaß dabei!

11. Wenn du dich mit einem Wort beschreiben müsstest, welches wäre es?

Wissbegierig.

12. Wenn du auswandern würdest, welches Land wäre es das?

Schweden würde mich sehr reizen, auch meine Schwedisch-Kenntnisse schon etwas eingerostet sind.

13. Was möchtest du uns noch zum Thema Frauen im Business sagen?

Frauen könnten oft viel weiter kommen, wenn sie einander unterstützen. Die stutenbissige Chefin oder Kollegin ist leider keine Urban Legend. Noch immer machen Frauen einander das Arbeitsleben schwer, versuchen einander auszustechen, spielen Machtspielchen und gönnen sich gegenseitig nichts. Daher mein Aufruf: Helft einander, es ist genug für uns alle zu tun!

 

Liebe Sylvia, vielen Dank  für das spannende & interessante Interview!

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