Wenn man beschließt sich vegan zu ernähren, wird man oftmals komisch angesehen und ausgefragt „Wie jetzt? Warum? Wieso?“. Meistens sind aber die Leute beruhigt wenn man sagt dass man das nur für eine begrenzte Zeit vor hat. Danach wird das als „Phase“ abgestempelt. Hinter veganer Ernährung ist aber mehr als eine „Phase“, dahinter stehen auch zahlreiche Gründe warum man es tut. Je mehr Gründe man hat, desto schwieriger wird es allerdings – ja fast umpraktikabel – die Ernährungsform komplett korrekt zu führen – ein paar Abstriche muss man wohl machen. Wobei man alles lernen kann, ist immer nur die Frage ob man es in den Alltag einbauen kann und wie lange man braucht bis man sein Ziel erreicht hat. Am Ende geht es in meinen Augen aber immer um ein Achtsames Leben – achtsam mit sich, mit der Umwelt und mit den Dingen umzugehen die man selbst nutzt. Es trifft sich sehr gut mit meiner persönlichen Lebensphilosophie: Wir sind Eins mit allem. Ein Mix aus einem Gemeinschaftsgefühl mit anderen Menschen, Lebewesen und Pflanzen, gepaart mit der Energie von Dingen die zu meiner Energie werden, die Idee des Gebens und Nehmens in allen Lebenslagen – einem Gleichgewicht und einem resultierendem Positivismus aus allem was ich tue – und da gehört meine Ernährung genauso dazu wie die menschlichen Beziehungen – ganz kurz gefasst, aber ich denke man merkt welche Idee ich da dahinter besitze. Ich bin nicht nur meine Gedanken, ich bin auch mein Tun, meine Ernährung und meine Beziehungen zu meiner Umwelt – und am ende bin und bleibe ich immer Mensch – vor allem ein Mensch der der Meinung ist dass man sich nicht über andere Dinge stellen sollte, sondern sich in Beziehung setzen muss, damit meine ich: Wenn ich einen Apfel esse, möchte ich wissen was für einer er ist und woher der kommt und nicht nur das es ein Apfel ist. Das geht nicht immer, aber solange ich es beeinflussen kann, möchte ich das aber versuchen. Und da wären wir auch schon bei den ersten Gründen warum ich vegane Lebensweise befürworte und probiere.

  1. Bewusst Leben – Achtsam Leben
    Vegane Lebenswiese – genauso wie vegetarische, makrobiotische Ernährung & viele mehr – macht es einem leicht sich bewusst zu ernähren und bewusster zu Leben. Man nimmt sich Zeit um sich damit auseinanderzusetzen, neues über seinen Körper zu lernen, neue Lebensmittel kennenzulernen, vielleicht sogar auch etwas sein Leben zu entschleunigen. Einfach mal die Produkte umzudrehen, anzusehen, was passiert damit in meinem Körper? usw. Fragen die man – wenn man einfach das isst was man gern hat, sich womöglich nicht stellt. Neben dem heißt es auch sich damit zu befassen woher die Produkte kommen und wie sie produziert wurden: Ist es Fairtrade ( und was für ein Siegel hat es?), wurde damit einer anderen Kultur was genommen (z.B. in Wasserarmen Ländern aus Kostengründen Gemüse anzubauen, usw.). Da tun sich viele Fragen auf.
  2. Gesund Leben – weil es mein Körper ist
    Aus Punkt 1 wird gleich Punkt 2 – Ich versuche gesünder zu Leben. Mehr Obst und Gemüse, keine Fertigprodukte – viel trinken, dem Körper das geben was er sonst nicht so bekommen kann. Vegane Ernährung ermöglicht einem neue Wege und via Vegan for Fit auch noch so dass man abnehmen kann, der Körper fester wird, die Zellulitis sich etwas verabschiedet, usw. Schon nach 3, 4 Tagen fühlt man sich besser, hat mehr Energien, kommt besser aus dem Bett in der Früh und fühlt sich allgemein aktiver. Ich habe damit eine Art neues, lebendigeres Leben gestartet 🙂 Ja, noch lebendiger 🙂
  3. Umwelt-Aspekt
    Eines meiner Ziele ist: Zu lernen mehr mit saisonalen, österreichischen Produkten zu kochen. Ich habe z.B. die Rote Rübe für mich entdeckt – großartig und vielfältig einsetzbar. Derzeit bin ich auf der Suche nach der richtigen Obst & Gemüse Kiste aus der Umgebung die monatlich geliefert werden soll.(für Tipps bin ich sehr dankbar!) Schauen wir mal. Grundsätzlich drehe ich aber schon seit Jahren alle Produkte um und sehe nach aus welchem Land sie kommen. Ich kaufe keine Kartoffeln aus Ägypten, keine Äpfel aus Südafrika, usw. Ich bin Freundin der Idee dass man all diesen Produkten „Umweltkosten“ draufschlagen sollte damit man aufhört Dinge zu importieren die bei uns so und so wachsen und sonst weggeworfen werden, weil sie nicht „competitive“ genug sind oder irgendwelchen EUNormen nicht entsprechen. Warum ich Bananen aus Südamerika kaufen muss, wenn es die besten Bananen auf den Kanaren – das zur EU gehört – gibt, verstehe ich nicht. Weil sie nicht der EU-Norm entsprechen, Really? Die ganzen Bananenplantagen mussten Platz machen für den Bauboom der heute mitverantwortlich für die Krise ist… wäre jetzt hübscher wenn sie noch da wären..
  4. Tiere – von Haltung,Transport bis Stress
    Ich liebe Tiere, ich bin zwischen Pferden aufgewachsen, habe immer Zugang zu Bauernhöfen gehabt, habe Kälber gefüttert, habe eine Kuh gemolken, habe Ställe ausgemistet, usw. Ich finde Tiere großartig. Ich kenne auch die verschiedensten Bauernhöfe und habe mich schon öfter mit dem Thema „artgerechte Haltung“ befasst. Letzte Woche war erst eine Sendung im ZDF über Bio-Waren und dabei haben sie die Mindestgröße eines normalen und bio Platzeanteil für ein Schwein gezeigt. Ein 100kilo Schwein darf sich bei Standardhaltung über ca. 1m2 Platz „erfreuen“ – ein Bio Schwein sage und schreibe 2,6m2 – schon mal das ausprobiert? Wenn jemand auf denPreis geht und nur die Mindeststandards einhält dann ist das Schwein wohl um nichts glücklicher als bei der Standardhaltung, dafür zahlt der Konsument um einiges mehr und ist im guten Glauben was „gutes zu tun“. Nichts da. Aber das ist nur ein Beispiel – Säue die nachdem sie kalben „festgezurrt“ werden, usw.- es ist einfach grausig. Tiertransporte sind zwar geregelter als Früher, aber noch immer eine Katastrophe. Kostensparende Schlachtungen führen dazu dass die Tiere tausende Kilometer zurücklegen müssen. Wer sich einmal so einen Transporter aus der Nähe ansehen konnte, wird wohl schon einen Eindruck gewonnen haben wie das so vor sich geht. Das kann man vermeiden: Durch Nicht-Fleisch essen und wenn Fleisch essen dann direkt beim Bauern kaufen. Ja, das ist dann etwas teurer aber es schmeckt auch besser und Fleisch soll was besonderes sein.
  5. Fische – unser Meer
    Ein Thema das mir sehr am Herzen liegt. Derzeit esse ich natürlich keinen Fisch, aber ich finde grundsätzlich einen guten Fisch etwas herrliches. Aber ich kaufe so etwas 1. nicht im Supermarkt 2. nicht abgepackt und 3. nicht in wien aus dem Meer, sondern beim Fischzüchter oder am Markt nach dreimaliger Nachfrage woher das kommt. Unsere Meere sind kaputt und wie ich es sehe ist es schon längst 5 nach 12. Wir Fischen nicht nur Fische sondern Ökosysteme, wir bringen Tiere um die eine Rolle in einem System spielen das wir nicht verstehen. Wir zerstören ein sensibles, perfekt abgestimmtes Ökologisches System weil wir uns einbilden die Meere ausfischen zu müssen, nach Öl graben zu müssen, Dinge billiger in anderen Ländern zu produzieren und über das Meer zu transportieren, usw. Die Menschheit stellt sich gerne über die Natur und nutzt sie aus – leider.

Das sind für mich die wichtigsten Dinge. Natürlich kommen noch andere Dinge dazu wie das Ungleichgewicht der Verteilung auf der Welt, der Hunger, das Thema „support your local dealer“, usw. Das ganze greift ineinander und gehört zusammen. Meistens wenn ich auf eine Sache achte, wirkt es sich auf eine andere aus – that’s life. Es sind einfach eine Menge Dinge mit denen man sich auseinandersetzen sollte. Auch ohne vegan zu sein, einfach zum Nachdenken. Irgendwo muss man aber beginnen und da finde ich immer den Schritt „bei sich selbst“ am Besten.

xoxo
Weibi

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5 comments

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Meistens kommen dann Sätze wie „Was ist du dann überhaupt?“ oder „Da kann man sich gleich wie eine Kuh auf die Weide stellen“. Die wenigsten sind interessiert und fragen nach. Meistens trifft man erstmal auf sehr viel Unverständnis. Aber ich glaub, man muss sich nicht für alles rechtfertigen. Wenn es einem dabei gut geht, warum nicht. Das ist doch das wichtigste.

  2. „Ich bin nicht nur meine Gedanken, ich bin auch mein Tun, meine Ernährung und meine Beziehungen zu meiner Umwelt – und am ende bin und bleibe ich immer Mensch…“

    Wunderbare Worte! Ich kann dir in allem nur zustimmen 🙂
    Ich habe die Erfahrung gemacht, – obwohl ich selbst erst vor kurzem dazu übergegangen bin, mich vegan zu ernähren – dass es oftmals gar keiner großen Rechtfertigung bedarf. In meinem Umfeld haben in letzter Zeit einige Menschen ihre Essgewohnheiten verändert. Manchmal braucht es nur einen, der vorlebt, dass es ganz leicht sein kann 😉

    Ich bin gespannt, wie es dir mit deiner „Phase“ weiterhin ergehen wird!

    Alles Liebe,
    Nadine

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