Jüngst hat auch das Label Alexander McQueen mal eben eine Anfrage herausgegeben dass sie auf der Suche nach einer Studentin sind der stricken, organisieren, Cad Zeichnen & Co soll die ein Praktikum bei ihnen macht. Bezahlung: Unkostenbeitrag von 60 Pfund. (nachzulesen : Stylelite , Vogue)

Gott sei Dank sind wir  heutzutage so weit dass hier auch schon Universitäten reagieren und eine Antwort geben zu solchen Anfragen wo man sich wirklich am Kopf greift. Man ist quasi ausgebildet, soll alles schon können: aber Geld bekommt man keines – wovon soll man leben? Luft & Liebe? Wenn das ginge, wären wir alle reich. Eigentlich ist das eine Praxis die hoffentlich bald am Aussterben ist: Arbeit muss entlohnt werden, zumindest mit dem Mindestgehalt – in diesem Fall ginge es um das klassische Einstiegsgehalt da es offensichtlich nicht um eine Praktikantenstelle handelt. Nicht nur weil es sich so gehört, sondern vor allem auch weil man die Menschen die für einen arbeiten mit Respekt behandelt und dementsprechend auch entlohnt. Weiters soll ja auch die Möglichkeit bestehen dass sich jemand versichern kann und nicht auch noch draufzahlt weil sie arbeitet. Ich gehe aber weiter – Ich finde die Ausbeuterei und bei manchen auch die Zeitverschwendung die bei den meisten Praktika angeboten wird, grauenvoll.

Ja, als Studentin hat man manchmal nicht die Wahl, glaubt man zumindest – wenn man sich nach einer 60 Stunden Woche bei 380 Euro/ Monat verdient und sich den Stundensatz von 1,5 Euro ausrechnet wird einem schlecht. Man lernt was? Wirklich? Nicht immer. Ich habe in meinem Leben drei Praktika gemacht: eines war eine Kaffekochaktion, eines eine  Ausbeutaktion und dann kam ich irgendwann zu einem Unternehmen dass wusste was „Personalentwicklung“ bedeutet und damit nicht nur mir viel gelernt hat, sondern auch ein Praktikum gut entlohnt hat. Immerhin sollte ein Praktikum ja dazu da sein dass man Mitarbeiter auch ausbildet – ob man sie übernimmt oder nicht : danach sollten sie zumindest am Arbeitsmarkt attraktiver für Unternehmen sein. Gut arbeiten kann aber nur jener der auch ein Dach über den Kopf hat und sich nicht um die „Futtersuche“ sorgen muss.

Wegen einem Traumjobs muss man sich nicht ausbeuten assen – egal um welchen Job es geht. So unglaublich einzigartig kann der gar nicht sein. Jedes Unternehmen dass etwas von sich hält, bezahlt auch für Leistung – schließlich wird man selbst auch für seine Leistung bezahlt. Klar kann jede selbst entscheiden ob sie das Praktikum oder einen Job bei den Konditionen selber machen kann oder nicht – aber die eigene Marke auszunutzen weil sie gut im Lebenslauf aussieht um billige, bzw. gratis Arbeitskräfte zu bekommen – das ist einfach nicht okay. Genauso wenig wie es nicht okay ist „nicht zu zahlen“,  ist es auch nicht okay Menschen ein interessantes Praktikum in Aussicht zu stellen und dann sie Kaffee kochen zu lassen – schließlich macht man ja ein Praktikum um zu lernen. Und auch nur das Praktikum in dem man das auch tut, bringt einem auch etwas für die Zukunft.

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2 comments

  1. … da bin ich ganz bei dir … aber spiegelt es nicht auch eine Kultur, die einfach Kreise zieht – „Ringe die sich über alle Themen des Leben’s zieh’n“ (sehr frei nach Rilke)

    Mensch will alles billig haben – dort und da nicht bereit, wahrlich zu entlohnen, der Wert muss günstig sein, die Leistung viel, hoch, exklusiv und die ganze Welt lebt von „Schnäppchen“. Da darf es einen auch nicht wundern, wenn dort und da auch Arbeitskräfte nichts mehr ihrem Wert gemessen entlohnt werden.

    ICH mach da NICHT mit … weder als Konsument, noch als Unternehmerin die auch für Personal zuständig ist. Ich sage JA dazu, Teil einer neuen Bewegung zu sein.

    (◠‿◠)

    1. Yep, wahrscheinlich hast du da recht, wobei ich ja eher glaube dass es meistens die „Gier“ ist – den Gewinn immer mehr zu maximieren. Es schließt sich der Kreis der Kreis beim Konsumenten oder Kunden, aber man muss eben auch „nein“ sagen können und – wie schon schreibst – „nicht mitmachen“. Man kann eben nicht jedes Jahr +20% Gewinn machen und auf den Schultern der „kleinen“ das austragen – das ist einfach nicht in Ordnung. Thumbs up! Zu der Bewegung gehöre ich auch 🙂

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