„Ich weiß nicht wirklich was ich tun soll“, „Ich bin nicht glücklich mit dem was ich tue“, „Irgendwie werde ich nicht besser in dem was ich tue“ – schon mal gehört oder gar selbst gedacht? Wir werden oft in Ausbildungen und Berufe gedrängt, die nicht wirklich zu uns passen. Oft weil Eltern glauben, man würde mit einem „guten Beruf“ mehr Geld verdienen, einen sicheren Job bekommen oder einfach erfolgreich sein. Was „erfolgreich“ bedeutet ist in dem Fall klar: am besten schwimmt man in Geld, hat einen sicheren Beruf und muss sich keine Sorgen um die Zukunft machen. In Zeiten wo wir alle sehr lang arbeiten werden, Geld besitzen „teuer“ ist und die Zukunft wie immer ungewiss ist, muss man sich öfters die Fragen stellen: Was kann ich tun? Mit was möchte ich mein Geld verdienen? Mit was möchte ich mein Leben verbringen – zumindest jetzt und in nächster Zeit?

Das Pferd falsch herum gesattelt

Ich gehöre zu einem sehr guten Beispiel an :“Was man tut, was nicht zu einem passt“. Ich war keine gute Lernerin, ich war mit dem Schulsystem auf Kriegsfuß, ich habe alles hinterfragt und bin damit meinen Lehrern furchtbar auf die Nerven gegangen, habe schon in der Schule dem stupiden Auswendiglernen nichts abgewinnen können – ich habe mich in dem System nicht wirklich gefunden. Ich habe mit überaus viel Anstrengung das Gymnasium fertig gemacht. Und wenn ich heute darüber nachdenke wohl auch nur, weil ich wusste, dass ich danach weiter lernen musste. Und so kam es auch. Nachdem ich nicht so richtig wusste, was es werden sollte (Auswahl von Veterinärmedizin, Chemie, Wirtschaft, Kunst – die Kombination *g*) habe ich mich für Betriebswirtschaft entschieden – ein Studium von dem ich bei der ersten Vorlesung am liebsten schreiend davongelaufen wäre. Aber ich wusste einfach nicht, was ich sonst machen würde – und als ich es wusste (Industrial Design), war ich leider soweit fortgeschritten dass ein Wechsel nicht wirklich in Frage kam. Dabei hatte mir das erste mal jemand in einem Studiengang gesagt gehabt „Sie haben wirklich Talent“ – ich konnte es wirklich nicht fassen. Aber ja, das Leben kommt manchmal anders – und ja vielleicht lande ich doch noch dort 😉 Was mir danach klar war: Es muss irgendwas mit Technik & Internet her – was es werden würde, war mir aber zu dem Zeitpunkt nicht ganz klar.

Und so hat eigentlich mein Vorgesetzter letzten Endes meine Faszination zu meinem Beruf gemacht und mich auf Online Marketing gebracht. Für meinen kreativen Geist habe ich diesen Blog gestartet und meine Faszination für Formen und Materialien lebe ich zweitweise hier aus und sonst in meiner Werkstatt. Manchmal. Technik und Design ist und bleibt aber meins. Das ich gerne Schreibe, das habe ich auch erst durch den Blog herausgefunden.

Was einem leicht von der Hand geht

Mein Beispiel ist ein gutes Beispiel, wie es sehr oft vor sich geht: Menschen treffen aus Gründen wie Familie, Angst, Sicherheit usw. Entscheidungen, die womöglich den Weg zum Ziel verlängern oder gar unerreichbar machen. Deswegen glaube ich, dass es das wichtigste ist, sich auf das zu konzentrieren was einem leicht fällt. Natürlich muss man damit Geld verdienen und es zu seinem Beruf machen können, aber wenn es einem leicht fällt mit Menschen umzugehen, sollte man sich überlegen ob man einen sozialen Beruf ergreift, oder wenn einem Zahlen liegen, dann sollte das der Fokus im Berufsleben sein. Das heißt nicht, dass man sein Leben lang das gleiche machen muss, aber je leichter es einem fällt, desto mehr kann man auch in seinem Beruf erreichen.

Erfolg ist Talent und Fleiß

Ob Erfolg mit Geld zu tun hat, stelle ich mal in den Raum. Ich glaube, dass es mehr ist. Vor allem aber, dass man etwas tut, was einen erfüllt indem es einem leicht fällt. Ob das jetzt als Anwalt oder als Lederhosenmacher oder Altenpfleger ist, ist ganz egal. Was aber nicht heißt, dass man nur weil man sein Talent kennt erfolgreich und glücklich ist – dazu gehört in meinen Augen auch die Liebe zur  eigenen Arbeit. Tut man etwas, das man gerne tut, weil es einem leicht fällt, hat man auch viel Energie um besser zu werden, investiert Zeit außerhalb der Arbeit und entwickelt sich Stück für Stück. Vielleicht entdeckt man dann auch andere Talente die man noch nicht kannte – wer weiß?

Was geht dir leicht von der Hand? Was strengt dich nicht an, andere aber doch?

 

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