Wie schon in meinem ersten Post geschrieben: Ich bin dabei mein unnötig überladenes Leben zu entrümpeln. Nachdem ich letztes mal meinen Besta-Schrank ausgemistet habe (und es sich herausgestellt hat, dass es sonst nichts auszumisten gibt) habe ich diesmal meinen Kleiderschrank in Angriff genommen.

Erste Feststellung (again): Es gibt Dinge die ich einfach nicht brauche – gestern nicht, heute nicht und morgen sicher auch nicht. Warum ich sie habe, weiß ich eigentlich nicht mehr. Irgendwann wollte ich irgendwas unbedingt haben, das preislich nicht wirklich einen Gedanken wert war, habe es gekauft und nach 5 Mal anschauen ist es in irgend einer Lade verschwunden. Eine Krankheit der Konsumgesellschaft und als Mode-Liebhaberin, wohl auch eine Krankheit des Wohlstandes, bzw. der Globalisierung – denn wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass es jemals ein tragbares Kleid um €40 oder gar Lederschuhe um €80 geben würde? Wohl niemand. Früher hatte man „schöne Kleidung“ und „Alltags Kleidung“ und dann noch ein paar Sachen die man gesellschaftlich zu haben hatte. Braucht man mehr? Eigentlich nicht. Und wenn ich an Steve Jobs denke der sich 100 Rollkragenpullis machen lassen hat um sich mit dem Thema „Mode“ nicht mehr beschäftigen zu müssen, so bewundere ich diesen pragmatischen Zugang (auch wenn ich ihn eideutig nicht emotional nachvollziehen kann) Trotzdem: [blockquote]Um sich auf das wesentliche zu konzentrieren, muss man bestimmte Ablenkungen reduzieren.[/blockquote]

Ich glaube ich habe schon einmal erwähnt: Ich gehe nicht gerne einkaufen. Wahrscheinlich schreien jetzt manche von euch auf und andere denken sich „und sie hat ein Blog in dem es auch um Mode geht“ – tja unter Anderem gibt es hier genau deswegen keine Outfits-Posts (und weil ich nicht glaube, dass ich das Netz mit meinem Anschein zupflastern will) : Nach 3 Jahren hättet ihr schon mindestens 30 mal meine Jeans, mein weißes Sommerkleid oder meine Lieblings-schuhe gesehen *g* Ich denke so im Jahr kaufe ich wahrscheinlich so 15 Kleidungsstücke und 20 Accessoires (Tendenz: Anzahl fallend – Qualität steigend). Wobei vor diesem Kaufprozess erstmal ein Räumungsprozess steht der vor allem dazu gedacht ist mal zu schauen was ich sicher nie wieder anziehe, Kombinationen anzusehen und letztenendes eine Liste  von den Dingen zu erstellen die ich noch brauche. So steht dort etwas wie: Jeans kaufen, Sakko (dunkelblau für die Jeans), 2x Rock (für Arbeit), 2 x Sommerschuhe hoch, Mokkassins, usw.  Das passiert dann 2 mal im Jahr – Sommer/Winter, wobei ich jetzt feststellen musste, dass ich sehr wenig weggebracht habe in den letzten Jahren 🙂 Trotz dieser Liste werde ich machmal dann doch von einem „Wunsch-Objekt“ überrascht, das dann nicht nur auf keiner Liste steht, sondern auch noch meistens nicht zu den günstigen Dingen gehört: Während ich bei den 08/15 Sachen genau weiß was ich will und darauf zugehe, so sieht es dann bei so einem Ding in etwa so aus:

Ich sehe es. Ich will es. Ich sehe es nochmal. Ich will es. Ich schaue auf den Preis. Ich gehe weg. Ich sehe es. Ich will es. Ich gehe weg. Ich denke darüber nach. Ich träume davon. Ich erzähle es jedem der es vielleicht kaufen könnte. Ich sehe es. Ich will es. Ich gebe auf. Ich sehe es…. – Ich kaufe es und tue es so wie als ob ich den Preis nie gesehen hätte.

Durch diesen Prozess bin ich mir dann ziemlich sicher, dass ich es auch wirklich will und die Freude darüber es dann erstanden zu haben ist riesig. Das Problem mit diesen Dingen: Ich trage sie selten. Die Erfahrung hat mir gelehrt, dass justmanet diese Dinge es sind bei denen ein Mallheur passiert – so ist schon mal eine neue Tasche in der Glut gelandet, mein Seidenkleid von einer Zigarette angegriffen worden, mein Ohrring in den weiten eines autos verschwunden, usw. Als Mensch der wahnsinnig auf seine Sachen aufpasst, tut das etwas weh – wobei es Gott sei Dank nicht bei allen Sachen so ist.

Also zurück zum Thema: Mein Schrank, ich und der Minimalismus. Ich habe ihn ausgeräumt und wirklich wunderliche Dinge gefunden: Hosen die zu Groß sind, Kleider die ich günstig erworben habe die wohl meiner 10 jährigen Nichte gepasst hätten, Schuhe die ich schon beim Ansehen nicht tragen will, Oberteile die ich wahrscheinlich mit 19 gekauft habe und im Schrank die Luft seitdem genossen haben, Sakkos die man wohl auch in 20 Jahren nicht mehr tragen kann, usw. Erstaunlich was man da so findet 🙂 Nun liegt fast alles fein säuberlich in einer Kiste und wartet darauf einen neuen Eigentümer zu finden. Befreiend! Aber natürlich kamen ein paar Sachen wieder auf die liebe „to do“ Liste: Das eine Kleid wollte ich umnähen, die Hose muss gekürzt werden, Träger müssen angenäht werden, Schuhe zum Schuster.. Wann ich diese Sachen machen werde, ist mir definitiv noch nicht klar – aber sie sind mal aufgeschrieben 😉

Ich hoffe es wird bald einfacher!

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