Das in Vorarlberg ansässige Wäsche-Unternehmen HUBER steht schon mehr als 100 Jahre für Qualität und Tradition. Die in Österreich stark verankerte Unternehmensgeschichte reicht nicht nur weit zurück, sondern steht für Innovative Ideen und Produktentwicklungen. Ein großes Anliegen ist dabei die Verwurzelung in Österreich wo unter anderem auch Stoffe gestrickt, gewebt & veredelt werden, Neuproduktentwicklungen gemacht werden und auch das Design kreiert wird.

Im Rahmen des Fashioncamps 2011 durfte ich HUBER Creative Head und Vorarlbergerin Karin Schönenberger interviewen und habe ihr einige Fragen über sich, ihre Ausbildung, die Arbeit als Designerin und das Unternehmen Huber gestellt.

 

Sie haben die Höhere Anstalt für Textilindustrie in Dornbirn absolviert – wann war ihnen klar, dass sie in die Modebranche wollen, bzw. dass sie als Designerin arbeiten möchten?

Der ausschlaggebende Moment für die Entscheidung war, als ich mit 15 die erste Vogue gelesen habe. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir auch erstmals bewusst dass es den Beruf „Designer“ wirklich gibt. Natürlich gibt es in Vorarlberg viele Trachten, wie die Bregenzwälder Tracht und auch Stickereien – damit bin ich aufgewachsen. Mir ist allerdings erst im Studium wirklich bewusst geworden, dass ich ein Textil-Hintergrund habe.

Sie waren dann für ein Jahr im Saint Martins College und sind danach zum Royal College of Arts nach Antwerpen – was hat sie dazu bewogen sich für Antwerpen zu entscheiden?

Ich habe den Foundation Kurs in London besucht wo man einen Einblick in alle Kunstrichtungen bekommt und auch aufs Modestudium vorbereitet wird. Ich habe mich mit den „Antwerp Six“ auseinandergesetzt, die Schule angeschaut und Antwerpen hat mir als Stadt zum Studieren besser gefallen als London. Nach der Aufnahmeprüfung bin ich dort geblieben.

2006 sind sie dann als Intern nach New York und haben bei Helmut Lang gearbeitet. New York, als Welt- und Modemetropole muss schon sehr beeindrucken gewesen sein – was haben sie aus dieser Zeit mitgenommen? Gab es ein einschlagendes Erlebnis?

Einen einzigen einschlagenden Moment, gab es als solches nicht. Ich habe davor einige Sommerpraktika, unter anderem bei Miguel Adover der jetzt für Hess-Natur arbeitet, gemacht. New York, war harte Arbeit- bis Abends um 22h – harte Arbeit und viel Party. Bei Helmut Lang an sich war es sehr interessant. Ich war genau in der Übernahmezeit des Ehepaars Colovos dort, die mit der Schwierigkeit umgehen mussten Helmut Lang weiter zu führen und doch auch ihre eigene Handschrift einzubringen. Es war sehr kreativ. Wir haben von der Produktionsseite nicht mitbekommen wie die Sachen umgesetzt werden, sondern kreativ gearbeitet.

Zurück nach Österreich? Wie haben sie Österreich im Ausland erlebt? Wie entscheidet man sich wieder nach Österreich zu gehen?

Das Zurückkehren hatte mehr persönliche Gründe, als berufliche.
Ich habe das Gefühl, dass durch eine Basis in Österreich man auch überall präsent sein kann. Österreich liegt doch sehr zentral in Europa und man ist schnell überall. Der Standort an sich ist weniger ausschlaggebend, wenn man international arbeiten möchte. In der Modewelt in Österreich sieht es da schon etwas anders aus.

Wie sind sie zu Huber gekommen?

Vorarlberg war ja früher ein Textilland, dass leider sehr geschrumpft ist. Es gibt nur mehr sehr wenige Firmen – genauer genommen HUBER & Wolford und die Stickereifirmen.
Vom Job selber habe ich durch eine Freundin erfahren.

Sie haben doch in sehr unterschiedlichen Bereichen in der Mode gearbeitet. Was würden sie als die Schwierigkeit beim Design von Unterwäsche bezeichnen? Wo liegend die Herausforderungen?

Ja, es ist eine ganz andere Herausforderung. Im Avantgarde oder Prêt-à-porter Bereich kann man sich etwas ausdenken und die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass man das auch tragen kann, trotz der Ausgefallenheit.
In der Wäsche ist das A & O der Tragekomfort. Gerade bei HUBER – wir entwerfen für eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht und so muss auch ihre Wäsche sie in jeder Situation unterstützen und einen gewissen Komfort bieten. Das sind dann auch die Eckpfeiler für einen Designer – es muss sich gut anfühlen. Das ist natürlich schön, wenn man Stoffe findet die das unterstützen und gleichzeitig etwas besonderes können, wie Feuchtigkeitstransport, warm halten, kühlen, etc.

Wie lange wird an einer Kollektion gearbeitet?


Wir kreieren zwei mal im Jahr eine Kollektion. Daher haben wir nicht ganz sechs Monate Entwicklungsarbeit für eine Kollektion. Wir orientieren uns an den Trends und schauen uns die Prêt-à-porter-Schauen an. Zur Zeit wird wieder am kommenden Sommer gearbeitet – wir sind zwar eine Saison früher, aber die Wäsche orientiert sich von den Farbtrends sehr stark an den DOB Farben und wenn eine Farbe mal ein starker Trend war, so kommt es meistens in der nächsten Saison oder nach einem Jahr wieder in der Wäsche vor – wobei sich nicht alle Farben eignen.

Bei der nächsten Kollektion steht Wien, vor allem der Jugendstil im Mittelpunkt. Von der Idee zur Kollektion – wie sieht da die Umsetzung aus?Wie kommt der Jugendstil auf die Wäsche?

Der Beginn ist natürlich die Auseinandersetzung mit den Künstlern, in diesem Fall Egon Schiele & Gustav Klimt. Zum Einen die verschnörkelten, zum Anderen graphischen Elementen die man sehr gut in die Wäsche durch Stickereien oder Drucke einbringen kann. Auch bei der Bekleidung- so haben wir auch die Kaftane von Gustav Klimt umgesetzt und Morgenmäntel in diesem Schnitt gebracht. Bei unsere 1908 Serie haben wir uns an der ersten produktionsreifen Serie von HUBER – die ja genau zu dieser Zeit war- orientiert und versucht es in einer sehr zeitgemäßen Art darzustellen.

Ich bedanke mich vielmals für das interessante Interview und freue mich schon darauf die Kollektion im Jänner sehen zu können.

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