Hochzeit Catering no go

Die Hochzeitsplanung sind wir eigentlich ziemlich entspannt angegangen. Wir wussten was wir wollten: einen Tag voller Liebe und mit den Menschen die uns wichtig sind. Der Rest war wichtig, aber wir haben keine Schreikrämpfe, Tobsuchtsanfälle oder sonst etwas gehabt ( Dinge die ich von anderen sehr wohl kenne). Ein angenehmes Brautpaar wie man es sich nur wünschen kann . Bis unserer Caterer kam, der wohl den inneren Drang verspürte uns in den Wahnsinn zu treiben. Mir hatte man aus „Klagenfurter Sicht“ versichert, dass der Caterer sehr gut sei. Bewiesen hat er mir leider das Gegenteil –  vor allem in Sachen Service, Kommunikation und Verrechnung. Ich möchte heute mit euch ein paar Geschichten teilen, die mich kurzzeitig fassungslos dastehen haben lassen. Ein paar Beispiele wie man es nicht macht und vielleicht der eine oder andere Wink auf was man in bestimmten Locations achten sollte.

 

Probe-Essen – Nummer 1

Eines der wichtigsten Dinge, die man bei einem Caterer machen sollte: Ein Probe-Essen. Ich wurde etwas schief angesehen als ich das wollte  – „Der macht das und jenes und er ist berühmt und gut.“ Okay, irgendwann hatte ich meine bessere Hälfte soweit, dass wir schon überprüfen wollten was wir so kaufen – die Katze im Sack bei einem so stolzen Preis wäre ja etwas verrückt. Ich hatte übrigens das Gefühl, dass das beim Caterer auch nicht besonders gut angekommen ist.
Also sind wir statt in unsere Location in den wahnsinnig „charmanten“ (Achtung Ironie) Flughafen Klagenfurt verfrachtet worden. Ich noch recht entspannt, schließlich hatte ja jeder gesagt dass der Caterer sehr gut ist. Was wir dort erlebt haben war wirklich grausam. Mir hat das Essen leid getan und vor allem der junge Koch der eindeutig nervöser war als er es hätte sein müssen. Wir sind beide mit offenem Mund dort heraus. Eine Sauce Hollandaise die an Kartoffelteig erinnerte, Spargel in Konsistenz einer frischen Karotten, verbratener Fisch und riesen Portionen wie in einer Bauernstube.

Hochzeit Probeessen

Wir sind dort weg und als ich mich einige Tage später beim Caterer darüber beschwerte, habe ich die Antwort bekommen „Warum sagen sie das nicht dem Koch?“. Mein Ärger über Chefs, die die Arbeit und Qualität ihrer Mitarbeiter nicht als ihre eigene anerkennen kann sich wohl jeder vorstellen. Zudem sehe ich es nicht als meine Aufgabe als Kunde die Mitarbeiter eines Unternehmens zu maßregeln oder auf Verfehlungen des Betriebs hinzuweisen. Abgesehen davon erwarte ich, dass man sich in so einem Fall beim Kunden entschuldigt. Für die Nerven einer Braut ist das nichts.

Bei dem Gespräch habe ich mich selbst um zweites Probeessen bemühen müssen. „Beim zweiten Mal wird alles anders“, sagt man doch und ich habe gehofft. Es wurde auch „anders“.

 

Probe-Essen – Nummer 2

Also sind wir drei Wochen später wieder nach Kärnten, diesmal zur Hochzeitslocation. Ahnungslos. Als wir zur Terrasse kommen, sitzt dort eine gesamte Hochzeitsgesellschaft beim Apertitif. Während ich mir denke, dass wir sicher versteckt im Barbereich essen werden,entdecke ich plötzlich einen geschmückten Tisch mitten auf der Terrasse und zwischen den Gästen des Brautpaares. „Nehmen Sie Platz, das Essen wird hier serviert.“ Die sehr überraschte Gesellschaft hatte Gott sei Dank Humor. In Wahrheit empfand ich es als eine absolute Frechheit des Wirtes gegenüber dem Brautpaar. Es hat an diesem Tag zuvor auch noch geregnet was den verfügbaren Platz noch mehr einschränkte. Daher wäre es für uns naheliegend gewesen uns einfach an einen etwas abgelegeneren Platz im Barbereich zu setzen. Nein. Während die Hochzeitsgesellschaft schon hungrig war und wartete bis sie in den Saal geleitet werden, wurde uns das Essen serviert. Unpassend und wirklich gemein gegenüber der Braut, die auch merklich irritiert war . ( so etwas nenne ich „absichtliche Störung“, wie ich es euch beim letzten Beitrag über „Exklusivität“ geschrieben habe – das Brautpaar hat wohl nicht das Extra-Geld ausgegeben )

Hochzeit Probeessen

 

 

Am Hochzeitstag
Das Essen am Tag unserer Hochzeit war zum Glück gut. Nicht so toll wie auf den Bildern des Probe-Essens, aber man konnte sich nicht beklagen. Bis auf die Kartoffeln aus dem Sackerl, die mich an Kantinen-Fraß erinnert haben (die meisten Leute schmecken das nicht, ich bin leider allergisch), war das Essen sehr gut. Dafür war das Service eine Farce  – wie etwa den im letzten Beitrag erwähnten verunglückten Versuch mit den Gloschen. Man wollte hier feiner sein, als man ist. Wer so mit Kunden umgeht, braucht auch nicht auf „trés chic“ machen – meine Meinung. Nachdem das Essen eine geschlagene Stunde nach der vereinbarten Zeit serviert wurde, hat man sich eingebildet mit 10 Mitarbeitern 110 Menschen zu servieren und weil der Caterer seine Top-Qualität anscheinend auch noch zelebrieren wollte, das Ganze auch noch mit Gloschen – was naturgemäß zu einem Schneckentempo beim Servieren führt. Nachdem ich beim ersten Tisch noch zugesehen habe wie allen Gästen pro Tisch das Essen gleichzeitig mit Gloschen eingestellt wurde, habe ich das einfach unterbunden und ihnen Tempo gemacht. Ich zahle meinem Caterer für gutes und ausreichendes Essen und nicht dafür, dass er sich selbst inszenieren kann. Wenn ich eines nicht leiden kann, sind das hungrige Gäste – ich denke es nicht zuviel verlangt wenn auch ein Gastronom so denkt.

 

Tja, das wars mal mit dem Essen. Die nächste Story kommt nächste Woche – da geht’s dann um Wein und Geldgier.

2 comments

  1. Da fehlen einem die Worte…
    2 schlechte Probeessen und trotzdem Auftrag erteilt?
    Da fehlen einem die Worte…

    1. Ja, wenn Du etwas später ein Probeessen hast und jemand exklusiv eine Location hat, dann hast Du leider fast keine Wahl. Deswegen: Immer zuerst Probeessen & auf Herz & Nieren testen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*