Nach fünf Jahren Selbständigkeit  habe ich einiges gelernt. Vor allem: Es wird viel heißer gekocht, als gegessen. Ob man sich nun als Blogger selbständig macht, eine Agentur eröffnet oder einen Online Shop startet – die einzige Schwierigkeit ist Geld zu verdienen und das auch nachhaltig. Etwas, das mir aber auffällt: Die meisten machen sich mehr Sorgen um bürokratische Dinge, wie Gewerbescheine und so. Dabei ist in 2 Tage erledigt. Die Arbeit ist aber von Tag 1 an Kunden zu haben, die für die Leistung, die man erbringt auch bereit sind zu zahlen und so viele dieser Kunden zu haben, dass, wenn man mal ausfällt, trotzdem der Kühlschrank gefüllt ist. Wer es schafft 50% seiner Arbeitszeit 100% vergütet zu bekommen, ist schon ganz gut unterwegs. Hier ein paar Tipps, die man in der Selbständigkeit – als Online Marketer, Blogger oder einfach Online-Mensch bedenken sollte:

– Vergiss das Wort „Arbeit“

Du hast dich für deine Leidenschaft entschieden und die hat mit dem Wort „Arbeit“ wenig am Hut. Auch wenn in unserer Gesellschaft jeder „Arbeiten“ muss und „super busy“ sein muss, damit der was „Ordentliches“ macht. Streich es einfach aus deinem Vokabular, außer du hast mit Menschen zu tun, die das brauchen. Wenn du deine Leidenschaft als Arbeit siehts, bekommt sie (ob man will oder nicht) einen negativen Touch. Und wenn Menschen von 40 Stunden Arbeitswoche sprechen, während du in deiner 70 Stunden Wochen deiner Leidenschaft nachgehst, kannst du dich auch nicht vergleichen. Ganz ehrlich: You are free – do what you want!

– You are free – Du entscheidest mit wem Du Projekte machst

Das ist etwas, was ich lernen musste. Wenn die Chemie mit jemanden nicht stimmt, kann man damit leben. Wenn man aber das Gefühl hat, man könnte den anderen zerfleischen und umgekehrt, sollte man es lassen – good Karma & so. Und manchmal ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende.

– Konkurrenz – 30 seconds are enough

Es gibt Menschen, die haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun, als zu schauen was andere machen. Ich gehöre überhaupt nicht dazu. Wenn ich mal eine Recherche mache zu einem Thema, ist es etwas anderes. Aber jetzt Blogs oder Webseiten durchzusehen, ob jemand etwas Ähnliches oder Gleiches macht – auf die Idee komme ich nicht. Man kann es Ignoranz oder Selbstschutz nennen: Ich finde, man tut sich mit sowas nichts Gutes. Klar, muss man hie und da mal schauen was andere machen. Aber 1. mache es nicht abhängig von dem was du machst und 2. schaue nicht zu lang und schon gar nicht zu oft – das stört nur deine Energie – vor allem wenn es nur so „zwischendurch“ ist. Ein paar Minuten – dann weitermachen! Wenn du InstaStories als „tut mir gut“ siehst, dann kannst du natürlich länger schauen, aber mache das nicht Zwischendurch, sondern mache dir dazu Zeiten aus.

– Time Management

Was wirklich schwierig wird in der Selbständigkeit: Die Zeiteinteilung. Hatte man früher eine Chefin, die gesagt hat, wann was gemacht gehört, so hat man plötzlich 25 davon. Menschen neigen dazu, dann unendlich viel zu arbeiten, alles zu vergessen und irgendwann mit einer Tasse Kaffee in der Hand im Schlafmodus Wangen-Bekanntschaft mit dem Schreibtisch zu haben. That’s a No-Go. Auch wenn man jetzt frei von Zwängen ist, muss man seine Zeit und vor allem seine ToDo’s timen. Bei mir sieht es so aus, dass ich am Sonntag genau weiß, wann ich was zu tun habe – einige Zeitpuffer gibt es, aber grundsätzlich arbeite ich das mal ab. Für Extras gibt es die Dienstag- oder Donnerstag-Nacht. Und sonst heißt es planen, planen, planen – das halbe Leben, eben.

– Gute Nerven

Was man wirklich für die Selbständigkeit braucht sind gute Nerven. Es ist kein Spaziergang, es macht manchmal keinen Spaß und ja, an manchen Tagen sind die Existenzängste womöglich so hoch, dass man wie erstarrt in den Computer starrt (das sind die Tage in denen man am besten ein „Day-off“ nimmt). Du bist 100% verantwortlich, ob du davon leben kannst oder nicht – du kannst nicht die Schuld bei jemand anderen Suchen, sondern nur bei dir. Du bist verantwortlich dafür, dass du mit der Zeit die du hast auch zumindest das lukrierst, was du brauchst. Das ist oft nicht einfach und es kann sein, dass mal das Geschäft 4 Monate floriert und dann 2 Monate komplette Flaute ist. Es liegt an dir, das Finanzielle zu planen und die Zeit dazwischen zu nutzen. Dazu brauchst du starke Nerven – Vitamin B hilft 😉 Wer keine gute Nerven hat, der sollte es in meinen Augen lassen. Ein Burnout ist kein Spaß und man kann auch immer wieder zurück in die normale Arbeitswelt, wenn auch mit einem weinenden Auge – das lachende überwiegt dann sicher.

Happy Selbständigkeit!

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