Most Wanted Models: Sylvia und Doreen Leifheit

Modeltalk: Was raten Sie Eltern, deren (noch minderjährige) Tochter ihnen eines Tages eröffnet: ‚Mama, ich möchte Model werden!‘
Sylvia Leifheit: „Die Wünsche der Kinder sollten auf jeden Fall ernst genommen werden. In dieser Phase des ‚Menschwerdens‘, die andere Pubertät nennen, hat die Logik des Erwachsenen keinerlei Sinn. Daher muss man dem vollste Aufmerksamkeit schenken. Dann gilt es, die Tochter an die Hand zu nehmen und ihr zu helfen, die richtigen Kontakte zu finden.“

Modeltalk: Mit welchen Fragen, Bedenken, Ängsten kommen die Eltern denn so zu Ihnen?
Sylvia Leifheit: „Die erste Frage ist meist: Wer betreibt das Management? Die Persönlichkeit der Inhaber ist für viele immens wichtig. Ist die Agentur lange auf dem Markt? Wer sind die Kunden? Wie gehen sie mit den Models um? Als weitere Sorge kommen vertragliche Komponente hinzu – wie Zahlungsmodalitäten und Haftungsfragen.“

Modeltalk: Woran erkenne ich als Laie eine seriöse Agentur?
Sylvia Leifheit: „Heute kann jeder eine Modelagentur eröffnen, daher ist ein Gütesiegel besonders wichtig. Alle Agenturen im Verband VELMA (www.velma-models.de)

Modeltalk: Worauf kommt es heutzutage an, wenn man in der Branche Erfolg haben will?
Sylvia Leifheit: „Aussehen und Persönlichkeit stehen natürlich an erster Stelle. Gefragt sind vor allem natürliche Gesichter. Wichtig sind aber auch Disziplin, Wille und Ehrgeiz in dem Maße, dass es teamfähig bleibt, Lust auf Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sowie Vertrauen ins Team und in die eigenen Fähigkeiten.“

Sussan Zeck: „Genau wie es Sylvia schon angesprochen hat, zählen das entsprechende Aussehen sowie Persönlichkeit zu den Grundvoraussetzungen. Ohne die geht leider gar nichts. Man sollte aber auch Hart im Nehmen sein und dabei dennoch eine gewisse Leichtigkeit bewahren, fähig sein die Nächte an Flughäfen zu verbringen und dabei dennoch guten Mutes bleiben. Im Laufe des letzten Jahres verbrachte ich so viele Stunden wenn Anschlussflüge verpasst waren. Doch seitdem ziehen mich Flughäfen bei Nacht magisch an: Die Stadtlichter, die Ruhe, die Menschen sind beim Reisen zu dieser Tageszeit sehr viel ausgeglichener. Desweiteren kann ich Sylvia Leifheits Aussagen nur bestätigen, gerade Teamfähigkeit halte ich fuer enorm wichtig.“

Modeltalk: Welche Tipps geben Sie Einsteigerinnen mit auf den Weg?
Sylvia Leifheit:
„1. Gut Ding braucht Weile! Eine Fotomodel-Karriere geht nicht über Nacht. Auch Claudia Schiffer hat vier Jahre lang Castings besucht, Termine gemacht, bevor sie von den Großen der Branche überhaupt bemerkt wurde.
2. Wenn Fragen sind, mit der Modelagentur kommunzieren, sich austauschen. Das hilft, Missverständnisse vorzubeugen.
3. Geht die Tochter noch zur Schule, sollte man die Ferien immer frei halten, um ihr die Zeit zu geben, die sie braucht, um beispielsweise Castings zu besuchen.
4. Ausschließlich an VELMA-Agenturen halten! Wenn alle VELMA-Mitglieder absagen, ist dies ein Indiz dafür, dass man nicht zum Modeln geeignet ist. Man sollte dieses Zeichen auf jeden Fall ernst nehmen und nicht weiter nach der großen Karriere schielen.
5. Ganz wichtig: Einsteigerinnen sollten die Dinge, die sie auf diesem Wege hören, keinesfalls PERSÖNLICH nehmen. Gerade in der Zeit der Pubertät müssen diese Mädchen das erste Mal lernen, mit Kritik umzugehen. Auch noch Kritik, die ihr Äußeres betreffen!
6. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, als Elternteil sein Kind aufzufangen, ihm Mut zu machen. Wir hier in der Agentur tun das, in dem wir ehrlich, aber respektvoll und sanft versuchen, umzulenken, wenn wir sehen, dass keinerlei Potential besteht. Wir lenken die Träume der Mädchen in eine andere Richtung, so dass sie trotzdem mit einem Lächeln gehen können – auch wenn es ein NEIN war.“

Sussan Zeck: „Ich gebe Newcomern immer Folgendes mit auf den Weg:
Der Aufbau eines starken Portfolios dauert. Die Mädchen werden in der Anfangsphase von ihren Mutteragenturen auf internationale Märkte geschickt um dort Referenzen für ihr Portfolio zu sammeln. Anders als in den meisten Tv Sendungen dargestellt, führen die wenigsten Wege sofort nach New York oder Paris, sondern zuerst auf Nebenmärkte. Diese monatelangen Auslandsaufenthalte können sehr kräftezehrend sein, doch nur wer es schafft sich hier durchzusetzen, hat eine Chance sich auch auf den hart umkämpften Hauptmärkten zu etablieren.
‚Personality begins where comparison ends‘ (Karl Lagerfeld): Sowohl die Persönlichkeit, das Äussere als auch der Weg eines jeden Mädchens sind völlig unterschiedlich,insofern ist Vergleichen vor allem eines: Sinnlos und Demotivierend.
„Never take No for an answer“: Trends wandeln sich, Meinungen ändern sich, Booker wechseln die Agenturen. Dennoch sollten Zeichen wahrgenommen werden. Es ist lobenswert seinen Träumen zu folgen, doch nach gewisser Zeit gilt es ein Fazit der vergangenen Monate zu ziehen und den eigenen Weg realistisch zu bewerten. Nicht selten zeugt es von mehr Format, einen Traum aufzugeben als diesem endlos hinterherzurennen.
„Be true to yourself, believe in yourself and shine on.“: Gerade junge Mädchen sollten sich selbst treu bleiben und sich nie fremdbestimmen lassen, an die eigenen Stärken glauben und an ihren Werten festhalten.
„Show them who you are“: Von Anfang an gilt es seine Meinung freundlich aber bestimmt darzulegen, lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen. Ein ‚Nein‘ muss als solches akzeptiert werden, immer auf das Innere hören und diesen Signalen folgen.
Nutzt man das Modeln als ‚Eintrittskarte‘ in andere Berufszweige, so ist es ein fantastisches Sprungbrett in kurzer Zeit wichtige Kontakte zu knüpfen, viel an Lebenserfahrung zu sammeln und menschlich zu wachsen.

 

Vielen Dank an Sylvia Leifheit & Sussan Zeck für das tolle Interview!

 

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