„Ich kann das nicht. Also lasse ich es eben. Und wenn ich Kinder bekomme, dann bestelle ich mir den Mann aus dem Katalog.(punkt)“ Wer mich vor 2011 kannte, weiß dass ich es ernst meinte. Meine Männergeschichten glichen von Anfang an einem schlechten Film. Bis auf zwei Ausnahmen – die nicht „die Richtigen“ waren – habe ich eine Ansammlung an notorischen Fremdgehern, Lügnern und unsicheren Idioten hinter mir gelassen. Ich habe nicht einfach „ins Klo gegriffen“ ich bin „ins Klo eingetaucht“ und habe immer das Tiefste was ich gefunden habe unbedingt retten wollen. Ja retten – denn sie sind ja so arm, die Männer. Und „der weiß noch nicht, was er will“ – aber ich würde ihm das schon zeigen, nämlich: mich! So in etwa ging es bei dem einen oder anderen in meinem Kopf zu. So oder so ähnlich geht es auch Isabelle aus dem Roman von Petra Hülsmann „Glück ist wenn man trotzdem liebt“ das ich gerade zum Lesen bekommen habe und ich gleich als Buchtipp für den Sommer weitergeben mag. Ihre Highlights kann ich aber toppen: Ein geschiedener Mann der mich mit einer 18-Jährigen betrogen hat und ein 5 Jahre Jüngerer der mir nachdem ich mich verliebt hatte erklärt hatte „er könne keine Beziehung führen“. Für ein Löwe wie mich, die überzeugt ist, dass man alles im Leben kann, was man will – ein Schlag ins Gesicht… Ah ne da habe ich jetzt noch einen vergessen. Einen 12 Jahre Älteren der dachte er wäre 20 Jahre jünger – ein Lach-Wein-krampf.

„Schluss damit“ dachte ich mir 2010 und habe beschlossen mich damit zufrieden zu geben keinen Partner fürs Leben zu finden. „Für den Körper“ ein paar Gspusi und für den Geist ein paar gute Freunde – das war perfekt. Solala, perfekt. Ich habe selbst da ziemlich ins Klo gegriffen und die Feststellung gemacht, dass es etwas Schlimmeres gibt als einen österreichischen Klogriff: einen italienischen Klogriff. Ich habe gleich zwei gemacht: #schubladeauf notorische Lügner, Fremdgeher, Stur, kennen kein „Nein“ und komplett irrationale Menschen ohne Entscheidungswillen #schubladezu

Justament zu dieser Zeit – als ich dachte ich würde von den Italienern den Wahnsinn getrieben – hat sich mein Studienkollege gemeldet : Ein Streber, sicher langweilig, aber recht fesch, intelligent – wahrscheinlich intelligenter als ich (und würde das sicher auch zeigen), charmant. Nachdem ich („angeblich“ – sagt er) bei seiner Sponsionsfeier statt dort zu sein auf der Couch eingeschlafen bin, habe ich nach dem dritten Anlauf es geschafft mich mit ihm zu treffen. 19 Uhr Cafe Leopold 22:15 kam der Italiener nr 2 am Flughafen an – Timing ist alles ( Ich wollte nicht dass er kommt, aber #schubladeauf mein Gott sie sind so stur & glauben sie können einen zu alles überreden #schubladezu) Ich mal wieder zu spät renne in dieses Cafe voller Leute, suche ihn, sehe ihn – muss kurz Schlucken #warumitaliener , Bussi-Bussi, setze mich hin und glaube nicht was ich sehe: kein Streber, nicht langweilig, aber echt fesch, intelligent – eindeutig intelligenter als ich , charmant, gutaussehend, kann sprechen, kann trinken – hab ich schon gesagt, dass er schön ist? Und dann hört mir der Kerl auch noch zu! Er ist unfassbar schön! Ich habe versucht zuzuhören. Ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung mehr was wir da geredet haben. Er hat mir mit nem Lächeln den Boden unter den Füßen weggezogen. Als ich wieder auf die Uhr sah war es 22 Uhr #argh!!italiener Ich musste ganz schnell weg. Ab zum Flughafen Mr. Italia – alias Sturkopf – abholen. Ich düste hin und fand eine beleidigte Pizzaschnitte die mir furchtbare Vorwürfe machte, weil ich nicht in freudiger Erwartung im Ausgang auf ihn jubelnd gewartet hatte, ihm um den Hals gesprungen bin und #whatever… ich war 13 Minuten zu spät! 🙂
Die beleidigte Show hat mir dann gereicht. Klugerweise hatte ich Mr Italia dazu gebracht sich ein Hotel zu buchen, weil „ich hab so viel zu tun“ und habe ihm dann gesagt dass ich leider noch was Wichtigeres zu machen habe. Italier-erpobt saß ich dann anschließend zwei Tage in der dunklen Wohnung damit er bei dem „zufälligen Spaziergang“ nicht sieht, dass ich eigentlich Zuhause bin und bei keinem Event arbeiten muss. Bei seinem „zufälligen Spaziergang“ #sovorhersehbar hat er mich angerufen. Mein schlechtes Gewissen hat mir dann doch gesagt ich muss zumindest einen Glühwein mit im trinken gehen. Bei dem Anlass habe ich ihm gebeichtet, dass ich „mich in einen Anderen verliebt habe“ eigentlich um eine Ausrede zu haben, aber gleichzeitig fühlte sich das dann doch ziemlich richtig an. Als ich es ausgesprochen hatte, fragte ich mich ob ich jetzt doch den Alkohol lassen sollte. Aber was solls – ist a nur eine Ausrede, gelle?

Tulum-Mexiko-Yucatan-Phone-73 Stunden mit einem Mann und dann ist alles anders. Ja, das kann passieren. Mir ist es passiert und heute bin ich mit diesem unheimlich lustigen, charmanten, feschen, zuhörenden, zuvorkommenden, feschen ( habe ich das schon gesagt?) , süßen, liebevollen Traummann verheiratet, der mich auf Händen trägt und dem ich mindestens 3 mal am Tag sagen muss wie sehr ich ihn liebe. Vor 5 Jahren hätte ich jeden ausgelacht, der mir das gesagt hätte. Heute bin ich überzeugt: Jeder Topf hat seinen Deckel – man muss nur manchmal glauben man sei ein Wok und die Vorstellung, dass man einen Deckel braucht loslassen. Und manchmal steht der Deckel genau vor einem und man braucht noch etwas Zeit bis man ihn erkennt. Am Besten ist man lässt dieses „Ich muss..“ mal los, konzentriert sich auf sein Leben und das was man beeinflussen kann, dann kommt schon das was man sich wünscht wie von selbst. Wie sagt man so schön: „Man kommt dann an, wenn man ankommen muss“

Das war unser Anfang. Es gibt ja viele verschiedene Anfänge solcher realen Liebesgeschichten. Warum ich euch das heute schreibe? Weil ich das Buch „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ von Petra Hülsmann zur Verfügung gestellt bekommen habe und bei der Geschichte oft an mich und meine Liebesgeschichte denken musste. Ein Buch das ich definitiv als Sommerroman empfehlen kann. Leicht zu lesen, des Öfteren ein Lacher wert und sehr unterhaltsam. Dabei geht es um Isabelle – das Gewohnheitstier – das immer das Gleiche macht und komplett aus dem Konzept gebracht wird als sie Jens und ein Schwester Merle kennenlernt. Sie findet Jens nett, aber so richtig „BÄMM“ – wie bei mir – macht es nicht. Dafür gibts eine Menge Glücksmomente die sie mit ihm teilt. Während Isabelle recht nervig ist, beginnt man Jens beim Buch immer mehr zu mögen. Am Ende ist alles gut. Und wer Bestseller-Autorin Petra Hülsmann mag, wird sicher nicht drumherumkommen den Roman von Bastei Lübbe zu lesen.

Und für alle, die noch den Deckel suchen, vielleicht eine Spur wie ihr einen findet oder zumindest wie die durchorganisierte Isabelle auch einen gefunden hat 😉

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In Zusammenarbeit mit Bastei Lübbe

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4 comments

  1. Ich liebe Kennen-lern-Geschichten, noch dazu mit so schönem Ende!
    Gut Ding braucht Weile…sag‘ ich zu mancher Freundin.
    Alles Gute für die Zukunft…denn auf und ab gibts auch in der besten Ehe…da muss man an den Anfang denken !
    Gabi

  2. Eine wunderschöne Geschichte, es hat wirklich Spaß gemacht deinen Beitrag zu lesen, hab wirklich schmunzeln müssen und somit gibst du auch allen, die ihren Deckel noch nicht gefunden haben, doch die Hoffnung, dass sie eben kein Wok sind 😉

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