„Das bisschen Haushalt macht sich von allein, sagt mein Mann“ – trellerte 1977 Johanna von Koczian und hat da etwas mit Humor auf den Punkt gebracht : einen Haushalt zu führen ist nicht einfach so gemacht, sondern anstrengend und gehört mit den Hausbewohnern geteilt – oder nicht? Ein Ausflug in meine Einstellung zu Hausarbeit.

Für alle die es nicht kennen- Achtung Ohrwurm!

 

Ja,ja der geliebte Haushalt -Ich weiß ja nicht, aber anscheinend gibt es ein „Hausarbeit-Gen“ oder etwas ähnliches. Ich kenne Frauen die Hausarbeit gerne machen, auch solche die es sich nicht nehmen lassen wollen und welche die sich hinter ihr verstecken und schon die Schrauben der Türklinke gereinigt haben damit sie sich nicht mit sich selbst beschäftigen müssen. Wenn es ein Gen gibt das mir eindeutig fehlt ist es dieses Hausarbeit-Gen. Ich kann Hausarbeit einfach nicht leiden – egal in welcher Form. Wirklich nicht.

Das erste was ich gemacht habe als meinen ersten guten Job hatte und genügend Geld um etwas Luxus zu leben war eine Putzfrau zu engagieren. Das ist für mich Luxus und Freiheit zugleich. Nicht die Wäsche aufhängen, abhängen, zu bügeln und wieder in den Kasten zu hängen oder den Kühlschrank zu putzen, die Fenster zu putzen, die Türen abzuwischen, das Waschbecken von der Zahnpasta befreien. – Hilfe!– wenn ich darüber schreibe, stellen sich meine Haar auf. Mag vielleicht für manche etwas verrückt klingen, aber ich zahle lieber jemanden der das übernimmt und mir mein Zuhause schön gestaltet, als dass ich neben Selbständigkeit und zig anderen Dingen meine kurze Freizeit mit der Hausarbeit verbringe. Und auch wenn ich Zuhause wäre, würde ich es nicht anders wollen – zumindest für bestimmte Dinge, wie z.B. bügeln.

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Mich belastet Hausarbeit. So wie es in meinen Augen viele andere Menschen belastet, meistens vor allem Frauen die einfach eine andere Reinheits- & Ordnungsanforderung an das eigene Zuhause stellen als die meisten Männer. Wenn ich mich an die Studenten-WGs erinnere: Die meisten Burschen haben ja wirklich gehaust und nicht gewohnt. Die meisten Studenten von damals, leben heute aber nicht mehr so. Ich glaube nicht weil sie plötzlich anders geworden sind oder sie Erwachsen geworden sind, sondern weil die Zweisamkeit dazu geführt hat, dass alles in Ordnung ist oder sie gezwungen werden das Ordnungsgefühl der Frau zu leben.

Obwohl wir im 21 Jahrhundert gelandet sind, übernehmen 60% der Frauen den Haushalt meist alleine. Davon finden um die 20% die Teilung mit dem Mann im Haus gerecht – 80% finde es schon 2010 ungerecht und trotzdem hat sich da noch nicht viel getan. In Deutschland z.B vebringen Frauen 164 Minuten pro Tag mit Haushalt – dabei sind Männer nur 90 Minuten damit beschäftigt – das zeigt die der Artikel bei Die Zeit. Wobei ich mich bei der Grafik echt frage wie es sein kann dass bei der Auswertung die Schwedinnen so und so nur 95 Minuten pro Tag im Haushalt arbeiten und die Männer dazu 80 Minuten – sie sind in diesen „Haus-Familie-Leben“ Themen einfach großartig – dass muss man den Schweden ja lassen. Habe den verdacht dass die eher irgendwelche Sachen einer Putzfrau oder Bügelfee geben oder sie haben ein ganz eigenes Tempo „a la Speedy Gonzales“ – erstaunlcih oder?

Das Ungleichgewicht in unseren Breitengraden ist aber in meinen Augen erschreckend – natürlich sind Frauen oft mehr Zuhause und arbeiten weniger – aber warum dann das automatisch heißen soll dass man sich um den Haushalt kümmern muss, verstehe ich ja bis heute nicht. Nur weil man Frau ist, heißt es ja nicht dass man 1. Weiß wie das geht und 2. Es tun möchte – trotzdem habe ich den Eindruck dass es oft so empfunden wird, als ob der Mann gar nichts damit zu tun hätte.

Ich habe Gott sei dank das Glück dass ich einen Mann habe der selbst auch Hand anlegt wenn man es ihm sagt – yeay! Ich glaube bei meinem fehlenden Hausarbeits-Gen hätte mich auch einer der partout nicht Hausarbeit machen möchte, nie geheiratet. Und ich ihn sicher auch nicht, wenn ich ehrlich bin.Die Vorstellung dass man jemanden bittet die Küche sauber zu machen, während man das Wohnzimmer in Ordnung gebracht hat und es entbrennt eine Diskussion daraus, ist nichts für mich. Manchmal habe ich den Eindruck dass manche auch nur die Hausarbeit übernehmen damit sie die Diskussion nicht führen wer was übernimmt und die Harmonie bleibt – wer weiß.

 

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Aber ganz ehrlich – YOLO! „You only live once“ und wenn man etwas machen muss dass einem belastet und man abgeben kann (weil man es sich leisten kann und sich das wünscht), sollte man das auch tun. Ja, maybe ist das Shoppinggeld reduziert, dafür hat man mehr Zeit die gekaufte Kleidung zu tragen ☺ Und das allerschönste: Wenn man dann an dem Tag wo die Putzfrau Zuhause war Nachhause kommt und alles glänzt. Herrlich! Schwierig stellt sich ja immer die Frage wo man eine gute Putzfrau bekommt – eine einfach Variante ist wohl so etwas wie Helping,at oder Betreut.at – wobei mir das fast zu unpersönlich ist – irgendwo hat man ja eine Beziehung zur Putzfrau. Trotzdem muss das definitiv bald mal getestet werden.

Noch ein kleiner Tipp am Rande, weil es mir oft bei Freundinnen auffällt: So ein Dyson ist ein Männer-Haushalts-Wunder ☺ Mit dem Porsche der Staubsauger arbeiten auch Männer lieber im Haushalt 😉

 

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