„Ich könnte morgen.“ „Leider bin ich diese Woche nicht in Wien, aber nächste Woche können wir uns gerne in der Stadt treffen.“ Wie ich das das erste Mal gesagt habe, hat sich in mir alles zusammengezogen und ich habe mir die Frage gestellt „Nimmt der mir das übel? Kommt das gut? Wie kommt das an?“ Als wir nach Niederösterreich gezogen sind, hatte ich ja noch eine Zeit lang mein eigenes Büro in Wien. Nachdem ich aber so gut wie nicht mehr hineingefahren bin, habe ich mich nach ein paar Monaten entschieden, dieses Büro aufzulösen und mein Büro Zuhause einzurichten. Dank einem schönen Home-Office-Raum und meiner schon vorhandenen Home-Office Erfahrung aus den Anfängen meiner Selbständigkeit war das grundsätzlich kein Problem. Anfangs hatte ich aber ein ganz anderes Problem, nämlich das Thema „Meetings“. Vor allem bei Erstgesprächen war ich mir nicht sicher, wie das ankommen würde, wenn ich sagen würde, dass ich diese nur alle 2 Wochen Termine an zwei Tagen anbieten kann (Ausnahmen gibt es manchmal auch, aber grundsätzlich mache ich das so, vor allem, wenn der Kontakt noch ganz „kalt“ ist). Ich werde nie vergessen, wie ich die ersten Male, an denen ich das sagen musste, damit gehadert habe und wie schwer es mir fiel und ich mein Vorhaben nicht eingehalten habe. Aber irgendwann habe ich mich durchgesetzt und ich halte mich zu 95% daran. So war es zumindest am Anfang und ich habe mir oft die Frage gestellt, ob es für mich gut sein wird am Land zu arbeiten. Heute kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, woanders zu arbeiten und es war sicher eine der besten Entscheidungen für mich. Ein Büro? Wer braucht ein Büro? Und vor allem: Wer braucht ein Büro in der Stadt für sich alleine?

Brauche ich (als Blogger) ein Büro?

Diese Frage habe ich mir vor allem am Anfang meiner Selbständigkeit oft gestellt. Zuerst noch im Büro als Angestellte mit vielen Kollegen und dann plötzlich alleine Zuhause zu sitzen, war eine ziemliche Umstellung und vor allem konnte ich mir ein ganzes Büro am Anfang nicht leisten. Deswegen bin ich in ein Coworking Space gezogen, in der Erwartung, mich dort zumindest nicht so alleine zu fühlen. Dort saß ich aber dann doch sehr oft einfach alleine, weil ich sehr lange gearbeitet habe. Somit hatte ich nicht wirklich den Output erreicht, den ich eigentlich haben wollte. Nachdem ich dann aus dem Coworking Space ausziehen musste, habe ich mir in einem anderen Coworking Space ein eigenes Büro geleistet. Es war traumhaft. Wobei ich des öfteren den Wunsch hegte, einfach wieder Zuhause zu arbeiten. Damals hatte ich aber in meiner Wohnung keinen eigenen Raum fürs Büro, somit habe ich diese Idee einfach verworfen. Erst durch den Umzug nach Niederösterreich habe ich mir die Frage wirklich wieder voll gestellt „Brauche ich ein Büro?“. Und ich habe sie aus ganzem Herzen verneinen können. Denn eigentlich braucht man als Blogger kein eigenes Büro. Ein Büro Zuhause für die Selbständigkeit, einen eigenen Raum. Ja, unbedingt. Aber ein Büro, zu dem man hinfahren muss, braucht man in meinen Augen nicht. Das ist ein Luxus, der sich meistens nicht auszahlt und in meinen Augen eher herausgeschmissenes Geld ist.

Coworking als Büro-Alternative

Ich war ja immer quasi im Coworking. Wenn ich 2 – 3 Mitarbeiter gehabt hätte, wäre die Variante „eignes Office im Coworking Space“ die beste Variante gewesen. Da kann man sich laut unterhalten, telefonieren, usw. Ich finde aber, wenn man hauptsächlich online arbeitet, ist ein Coworking Space eine wirklich gute Alternative. Allerdings finde ich Coworking Spaces mit vielen Programmierern & Internetleuten irgendwie auch etwas komisch: Da spricht meistens keiner, jeder starrt in seinen Bildschirm – es hat eine sehr eigene Energie, mit der ich mich persönlich nicht so anfreunden kann. Da sitze ich lieber alleine und starre meinen eigenen Bildschirm im Pyjama an. Ein wirkliches Highlight sind dann aber so Spaces, wie das Cocoquadrat, bei denen man sich für eine Stunde einmieten kann, einen guten Kaffee trinken kann und sich auch einfach mit den Blogger-Kolleginnen unterhalten kann. Hier braucht man kein Abo, ist komplett flexibel, kann etwas essen, was trinken, ist recht zentral erreichbar, usw. Klingt wie eine Werbung, aber ich bin wirklich seitdem ich in Niederösterreich wohne immer im Cocoquadrat, wenn ich in Wien Termine habe oder etwas arbeiten muss. Es ist einfach der perfekte Platz für Leute, die einfach nur hie und da eine Sitzgelegenheit brauchen und dabei nicht durch ein Kaffeehaus auf der Suche nach einer Steckdose herumirren wollen.

Home-Office am Land

Was aber all diese Dinge in der Stadt nicht anbieten: Die Luft, die ich am Land habe, die Ruhe, die Ungestörtheit, die Möglichkeit mich mal kurz in die Sonne zu setzen, Mittagessen aus 100% Bio aus dem eigenen Kühlschrank und vor allem die Gelassenheit, die man in sich spürt, wenn man in so einer Umgebung arbeitet. Ich finde das man genau dann, wenn man viel online arbeitet, mit vielen Veränderungen und Entwicklungen konfrontiert ist und viel zu tun hat, es perfekt ist, wenn man in so einer stillen und sich langsam drehenden Umgebung arbeitet. Wenn es mir reicht, dann setze ich mich ins Auto oder in den Zug und bin in ca. 40 Minuten in der Wiener Innenstadt mit allen seinen Menschen, der Hast und der Unachtsamkeit seiner Bewohner & Touristen. (Die Anzahl der Tage, an denen ich auf das Lust habe, hat sich aber drastisch verändert seitdem ich mein Büro hier draußen habe)

Vorteile Home-Office am Land

– Ruhe & Gelassenheit
– Möglichkeit lange Spaziergänge zu machen, um seinen Kopf frei zu bekommen
– Besseres Zeitmanagement
– Gesündere Ernährung
– Zeitgewinn ca 1,5 Stunden
– Mehr Disziplin

Nachteile Home- Office am Land

– Alles muss mehr geplant werdem
– Keine Spontanbesuche von (Blogger)Kolleginnen
– Keine Essensbestellungen ( Zeitgewinn)
– Mehr Disziplin

Wo arbeitet ihr als Selbständige oder Blogger? Habt ihr ein Office?
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August Academy

3 comments

  1. Ich denke jeder muß für sich herausfinden, wo und wie Frau am besten arbeiten kann. Meine Bloggerfreundin kann nur morgens schreiben an Ihrem Schreibtisch. Ich bin flexibel, manchmal sitze ich im Bett!!! um 6 Uhr morgens, weil mir was einfällt, manchmal auf der Terrasse. Ich muß weder feste Plätze haben noch feste Zeiten. Ruhe brauche ich allerdings auch, das läßt sich bei mir aber wunderbar einrichten. Ich habe gelesen, dass Du bei der Salt in Salzburg bist, vielleicht lernen wir uns kennen. Es ist erst meine zweite Bloggerkonferenz. Bin noch Anfängerin! Lg. Gabi

  2. Ich beginne gerade ‚Anfängerin‘ zu werden und mit dem soeben Gelesenen und der Hilfe von Viktoria

    zu welcher mich A1 vermittelt hat bin ich schon sehr neugierig!

    SOKOL SUSANNE

  3. Hallo liebe Vicky,
    auch ich werde mit deiner Hilfe und durch die Großzügigkeit von A1 hoffentlich bloggen lernen, bin leider nicht sehr begabt, aber sehr interessiert und du bist eine wunderbare Lehrerin und eine großartige Bloggerin
    Liebe Grüße Ilse

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