„Ich gehe nur zum Bioladen einkaufen – da schmeckt es mir am Besten.“ „Mir auch. Übrigens: Schöner Pullover!“ „Gelle? Habe ich mir gestern beim Laden XY gekauft. 100% Synthetik, so kommt er frisch gebügelt aus der Wäsche.“ „Cool. Sag ist das der neue Kindle?“ „Ja, habe ich zum Geburtstag bekommen. Hatten ja das Vorgängermodell, aber den musste ich alle 3 Stunden neu aufladen und immer die externe Batterie mitnehmen zu müssen ist mir zu mühsam“ „Verstehe ich. Solche Dinge sind mühsam. Du sag, wo hast du die Bio-Erdbeeren gefunden?“ „Die sind aus Spanien, nicht von hier. Schmecken aber gut, gelle“ „Ja voll – bin begeistert. Hätte ich nicht gedacht – und bio?“ „Ja, haben 8 Euro das viertel Kilo gekostet“ „8 Euro?!?! Könne die fliegen?“…  Kein aufregender Dialog, aber der ganz normale Wahnsinn in unserer Gesellschaft. Immer mehr von uns versuchen Nachhaltigkeit in ihr Leben zu integrieren. Manche sind dabei bereit große Kompromisse einzugehen, andere weniger. Manche sind bereit für ihren „Nicht-Kompromiss“ (z.B. Erdbeeren im Jänner) viel Geld zu bezahlen, dafür, dass sie sich besser fühlen. Ob es besser ist, sei dahin gestellt. Ich finde es ist nicht meine Aufgabe jemanden zu be- oder verurteilen anhand dessen, was er kauft. Allerdings finde ich, dass wir alle die Verantwortung tragen uns zu informieren und uns dadurch in die Lage bringen müssen, bewusst zu entscheiden was wir kaufen, bzw. ob wir etwas kaufen. Im Zeitalter des Internets ist „zu wenig Information“ in meinen Augen keine wirkliche Entschuldigung mehr. Auch wenn das Internet leider auch nicht mehr das ist, was es mal war: Man findet meistens über bestimmte Themen nur Stuss, Meinungen aber kaum wirklich fundierte Antworten – und wenn doch, dann muss man sehr sehr lange suchen. Zumindest geht es mir so. Auch das „ach so grenzenlose“ Internet wird letzten Endes dazu benutzt die Information zu selektieren. Leider. Bevor ich mich aber darüber echauffiere –  zurück zum Thema. Ich möchte euch heute 8 Ideen geben, wie ihr in eurem Alltag nachhaltiger leben könnt, bzw. was ihr leicht einbauen könnt, um nachhaltiger zu leben und vielleicht auch den Konsum etwas zu verändern.

 

Ablaufdatum

Ansehen, Riechen – Schmecken: Anscheinend hat ja nicht jeder Haushaltskunde in der Schule gehabt. Letztens bin ich wieder im Supermarkt gestanden und habe eine Frau in meinem Alter dabei zugehört, wie sie ihren kleinen Kindern erklärt hat, dass sie kein Joghurt kauft dessen Ablaufdatum in 5 Tagen ist. Tatsache ist, dass du dieses Joghurt wahrscheinlich noch mindestens 14 Tage essen kannst. Vor allem bei Milchprodukten kann man ruhig etwas Abgelaufenes nehmen. Und damit macht man nicht nur seinem Konto einen gefallen weil es meistens reduzierte Ware ist, sondern es wird weniger weggeschmissen und man könnte dadurch den Umschlag von Ware etwas verlangsamen.

 

Beuteltasche

Das Plastiksackerl wurde zu einer Zeit eingeführt, wo man Platiktischdecken erfunden hat, um das Leben der Hausfrau zu erleichtern. Das war einmal. Damals wollte man viel haben und leichte handhabe vereinen. Heute brauchen wir das nicht mehr. Eine Beuteltasche kann man auch einfach in die Waschmaschine werfen, wenn sie dreckig wird. Einfach keine Sackerl nehmen – auch nicht beim Obst & Gemüse Stand. Man kann auch einfach abwiegen und die Preiskleber zur Kassa nehmen. Ganz allgemein. Low Waste tut der Umwelt gut.

 

Saisonaler Einkauf

Hier sollte sich jeder Fragen: Muss ich jederzeit alles essen? Meine Antwort ist „Nein“, auch wenn ich hie und da nicht verzichten möchte. Zumindest wenn man seinen Speiseplan zu 75% regional & saisonal hält, trägt man schon sehr viel bei. Ob das nun Bio sein muss sei dahingestellt – das sollte man mit dem Bauern am Markt seines Vertrauens abklären. Denn man hört nicht nur einmal, dass etwas zwar Bio ist, aber die Zertifizierung & Auflagen anscheinend manchmal unverhältnismäßig sind. In Wien kann ich eindeutig den Meidlinger Markt dafür empfehlen.Wer wie ich in Niederösterreich lebt, sollte mal beim Mödlinger Markt vorbeischauen. Vor allem, weil er preislich schwer in Ordnung ist. Wer auch zu anderen Zeiten bestimmte Gemüsesorten essen möchte, dem kann ich das Einlegen von Gemüse empfehlen: Das ist auch wirklich gesund für den Darm.

 

Second Hand

Wenn du gerade an Kleidung denkst: Ja, das auch. Aber vor allem bei Möbel und  Haushaltsgeräten sollte man sich vielleicht auch mal trauen ein altes Gerät zu nehmen. Diese Geräte funktionieren oft gut und kosten einen Bruchteil von einem neuen Gerät. In Zeiten, wo es Transportfirmen wie Sand am Meer gibt, ist es auch sicher kein Problem dieses Gerät abzuholen und zu montieren. Also beim nächsten Ikea Schrank, dem Kühlschrank oder der Couch einfach mal auch in Willhaben reinschauen. Man kann auch alles reparieren lassen und eine gute Couch einfach einen neuen Überzug verleihen. Das geht alles! Und wenn es etwas mehr sein darf: ein altes schönes Möbelstück macht nicht nur deine Räume einzigartig (im Gegensatz zum 100dsten Besta-Schrank) sondern man kann sie auch sen Leben lang haben. Und wenn man sich satt sieht, dann findet man auch schnell einen Käufer 😉 ( Ja ich kaufe auch gerne bei Ikea, aber mischen ist super 😉

 

Bücher sharing

Wer jetzt denkt „Ich hab ein Kindle, ich bin nachhaltig“ – Laut einer Studie die ich vor einigen Wochen gelesen habe, müsstest du ca. 47 Bücher im Jahr lesen damit dein Kindle den Umweltabdruck deiner Bücher hat. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich schaffe gerade mal 20 Bücher im Jahr. Büchereien sind oft nachhaltiger, bzw. kann man seine Bücher auch in den Bücherschränken tauschen. Das macht einfach Sinn. Auch unter Freunden sollte man viel öfter Bücher herborgen statt sie im Regal versauern zu lassen.

 

Bring your Bottle

Egal, ob  man eine Glasflasche hat oder eine Thermoflasche – jeder hat was anderes. Tatsache ist, dass man sie meistens sehr lange hat. Außer man verliert sie, aber grundsätzlich hat man sowas lange und benutzt sie öfter. Nachfüllen ist in Österreich auch nie ein Problem. In anderen Ländern wie in Spanien ist das komplizierter – aber bei uns sollten eigentlich Wasser-Plastikflaschen komplett aus den Regalen verschwinden. So sehe ich das zumindest. Also unterstütze das, indem du dir eine schöne Flasche kaufst.

Ich bin selbst ein Fan von Swell Flaschen- perfekt für Sommer & Winter & halten ewig!

 

Schuhreparatur

In meinem Schrank sind Schuhe, die ich mit 17 bekommen habe. Ja wirklich. Ich bin eine Lederschuhträgerin (Ja, ich halte da nichts von vegan), aber ich bringe sie unermüdlich zur Reparatur. Gute Schuhe halten nicht nur viel aus, sondern man kann sie auch gut reparieren lassen. Anstatt sich gleich das nächste Paar zu kaufen, einfach mal schauen, ob man noch was machen kann.

 

Putzen & Waschen

Beim Putzen und Waschen ist das Thema noch nicht so extrem angekommen. Aber die meisten Putzmittel sind quasi „gegen die Fisch“. Wir spülen eine Menge Zeug den Kanal runter, der unserer Umwelt schadet. Abgesehen davon, dass man Putzmittel auch selbst machen kann, gibt es auch im Handel Putzmittel die umweltfreundlicher sind. Wir z.B. die Bi Good Produkte von Bipa.

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1 comment

  1. Hallo Viktoria,

    vielen Dank für den Text.

    Ich versuche nun seit einigen Monaten mein Leben nachhaltiger zu gestalten, allerdings ist es schwieriger als gedacht. Immerhin habe ich nun immer eine Jutetasche dabei und nehme es auch mit dem Ablaufdatum nicht mehr so genau. 🙂

    Viele Grüße
    Luisa

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