Job Influencer Marketing

„Vikiii!! Vikiiii!!! Schalte endlich das Internet aus, das ist viel zu teuer! Es ist zwei Uhr Früh und du musst morgen zur Schule!!! Während ich meine Mutter schreien höre, versuche ich wie besessen das Bild auf der Webseite mit einem pastellfarbenen Rahmen zu verzieren. Ich sitze seit ungefähr 14 Uhr – als ich vom Mittagessen aufgestanden bin – vor meinem Computer und möchte das endlich fertig machen. Schließlich warten alle darauf, dass ich die versprochene Unterseite mit allen Infos online geht. „Alle“ das sind ca. 1000 Foren-Nutzer die sich in meinem Forum angemeldet haben und sich über verschiedene Themen rund um Schönheit, Ernährung und Sport austauschen. Es ist 1996 oder doch 97?, ich bin Wochen gesessen um dieses PHP-Forum zu installieren, musste mir selbst HTML beibringen und habe zwischendurch meinen PC mindestens drei mal aufschrauben und umbauen müssen, um meine Daten und Infos zu retten. Aber ich hatte es geschafft! Und obwohl ich wusste, dass die Standpauke (und die wohl Tausend-Schilling-Rechnung, die auf meine Mutter zukam) sicher nicht lustig werden würden, war ich gerade einfach rundum zufrieden: Denn das was ich da tat, tat einfach so gut wie niemand, und schon gar kein Mädchen um mich herum. Als ich von meinen Usern das erste „Danke“ bekommen habe für die zusammengetragenen Informationen, bin ich mindestens drei Meter gewachsen. Wir haben halt Lexika Zuhause und so kann ich auch meine Recherchen etwas erweitern – das macht Spaß und vor allem bin ich begeistert von dem Zuspruch. Der spätestens am nächsten Tag entfällt: Zu spät in der Schule, Hausaufgaben vergessen, mal wieder nix gelernt und mal wieder die Augen verdreht, wenn der Lehrer meine Mutter reden möchte – „Hallo?! Ich bin im Internet – und wo bist du?!?“  Als das alles passiert, bin ich 14/15/16 Jahre alt, beschäftige mich zumeist mit der Optimierung von der Lüftung meines PCs (weil ich die Festplatte zerstöre), möchte von Schule nicht viel wissen, schreibe mit Fremden auf ICQ, chatte mit meinen USA-Mädls über MSN Messenger, mein bester Buddy war Windows95/98 , HTML meine Schule und wenn mich jemand gefragt hätte, wäre ich lieber den ganzen Tag vor dem PC gesessen, als etwas anderes. Ich behaupte ja, dass der einzige Grund warum ich die Matura gemacht habe wohl der war, dass ich wusste, dass ich danach eher einen Job bekomme, bei dem ich vor dem Computer sitzen kann. Damals war mir allerdings noch nicht so klar, dass es vielleicht auch Jobs im Internet geben könnte, bei denen man nicht Programmierer sein würde. Das war so unvorstellbar, dass ich mir nicht mal die Illusion gemacht habe, dass es jemals so etwas geben könnte.

 

Nach der Schule

Wäre es nach meinen Lehrern gegangen hätte ich wohl irgendwas mit Kunst, Wirtschaft oder (vor allem) Geld gemacht. Nachdem mein Zahlentalent seit meinem 4ten Lebensjahr für meine Mutter sehr klar war, war ihr Vorschlag Chemie zu studieren und ich selbst war der Meinung, dass es wohl doch wenn dann eher Tiermedizin werden sollte. Das Problem von einem Autodidakt: Irgendwie hat man zwar Interessen aber so richtig „Ich kann das nicht“, gibt’s einfach in meinem Weltbild nicht. Also habe ich mir mal alles angesehen und mich aus Faulheit für die Wirtschaftsuniversität entschieden – in der Hoffnung Mathematik wäre dort ausgeprägt und ich würde dann schon in der Uni herausfinden, was mich denn so richtig interessieren könnte – schließlich wird man da gefordert und stößt an seine Grenzen – dachte ich. Ich sollte noch bitter enttäuscht werden: Mathematik war eine Wiederholung der Schule, die Grenzen, die mir aufgezeigt wurden, waren die Unmengen an Material, die nie geprüft wurden und im allgemeinen fand ich es übelst, dass mein Tischnachbar (egal wer es gerade war) überzeugt war, er würde nach der WU gleich mit dem Einstiegsgehalt von paar Hunderttausenden Euro im Jahr beginnen. (Seine Enttäuschung muss groß gewesen sein) Meinen ersten Tag auf der Uni verbrachte ich mit einer sehr sympathischen Studentin namens Rosa in der Aula, die nach einigen Stunden entsetzt feststellte, dass ich eine WU-Studentin war und ich ihr viel zu sympathisch war, um das zu sein. Also stürzte ich mich mal in Arbeit statt in Uni, machte hie und da eine Prüfung und verzweifelte an meinem Studium ab dem Zeitpunkt wo Multiple-Choice Prüfungen aufkamen. Dann aber richtig. Ich habe mich durchgebissen und mich ständig gefragt „Was soll ich mit dem machen?“ Irgendwann hatte ich meinen AHA-Effekt. „Finance“ sollte es werden – Marketing waren mir einfach zu viele Frauen, dachte ich. Nach der ersten Begegnung mit dem Professor wurde mir aber klar: Finance wird es auch nicht, der triggert die Feministin in mir. (um es schön auszudrücken) Ich habe dann im Marketing angefangen zu arbeiten, aber habe mich dezidiert gegen ein Marketingstudium ausgesprochen – obwohl es eindeutig war, dass mir das recht leicht von der Hand ging. Aber ja „So leicht, kann das wohl nicht sein? Arbeit muss anstrengend sein!“ Dachte ich und habe mich durchs Studium durchgeboxt in der Erwartung, danach einen dieser schwerfälligen Jobs zu bekommen, bei denen man nach der Arbeit in den Stuhl einsackt und auf jeden Fall nichts mehr damit zu tun haben möchte. Weil „es gehört so“ – wie man sich bloß irren kann. Während ich das Studium rumgekriegt habe und die Arbeit geliebt habe, bin ich weiter meiner Internetliebe nachgegangen. Irgendwann saß ich da, habe meinen ersten Blog in MyJournal erstellt und war ziemlich begeistert darüber, dass es so ein System gab – aber ich wollte das selbst haben – nicht irgendwo bei jemanden hineinschreiben. So ähnlich wie mein Forum war: Es musste meines werden. Da entdeckte ich irgendwann WordPress, betreute den Blog meines Arbeitgebers und erstellte aus Frust, nicht alles entscheiden zu dürfen kurzerhand Modeltalk.at. Mein Blog, der nicht deswegen entstanden ist, weil ich es so toll fand zu schreiben, sondern weil ich einfach WordPress kennenlernen musste.

 

Studium-Ende

Das Ende des Studiums nahte. Ich hatte plötzlich einen Blog, wusste, dass dieser Wahnsinn an BWL Studium bald zu Ende gehen würde und suchte nach einem Job. Am Liebsten „was mit Internet“, aber da wollte mich keiner – schließlich hatte ich keine wirklich Ausbildung dazu und die Jobs neben dem Studium zählten auch nicht wirklich. Super! Also habe ich ein Praktikum im Eventmarketing gesehen und mich beworben. Glücklicherweise wurde ich auch genommen- einer dieser Momente im Leben, die alles ändern würden – haben sie auch. Ehe ich mich versah, hatte ich dort einen Blog erstellen lassen, Facebook Seite & Co betreut. Das stand ursprünglich ja nicht in meiner Jobdescription, aber dank meinem unglaublich guten Chef wurde das genau mein Job. Meine Freudentränen waren riesig und kamen immer wieder, wenn ich mal wieder realisierte, dass ich echt den Job hatte, den ich mir immer erträumt hatte. Ich wusste immer, was ich machen wollte, aber es gab damals keine Jobs dazu und dann hatte ich plötzlich genau so einen Job. Ich habe einige Wochen gebraucht um das zu realisieren und bin jeden Tag wie ein Honigkuchenpferd in die Arbeit gefahren. Mein Traumjob!

 

Cut & Restart

Irgendwann aber war mein Traumjob nicht mehr so wie im Traum und ich recht überfordert mit der Veränderung. Und vor allem nicht bereit meinen Traumjob verändern zu lassen – er musste das bleiben, was er war: die perfekte Spielwiese, wo ich meine Talente ausnutzen kann: Kreativität, Zahlenanffinität, Menschenliebe.

Als es für mich zu schwer zu händeln wurde, habe ich gekündigt, ohne zu wissen was kommen würde. Wobei, doch: Ich habe ja meinen Blog. Und obwohl ich schon mit meinem Blog Geld verdient habe, war mir noch nicht so klar wie ich das dann später machen sollte. 2012 waren zwar Blogger schon ein Thema, aber nicht so wie heute. Also habe ich beschlossen eine Online Marketing Agentur mit Spezialisierung auf Webseiten, Social Media und Blogger Relations (das Wort Influencer Marketing kannte damals in Österreich niemand und das sollte bis 2016 ja auch so bleiben – dank Sevenonemedia hat sich das ja dann geändert) ins Leben zu rufen. Ein bisschen zu weitläufig für eine „one woman show“ aber als unbekannte Selbständige ein guter Start, um für namhafte Unternehmen und Agenturen zu arbeiten. Es machte Spaß: der Blog, Social Media und meine Blogger Relations Projekte. Letzteres waren meistens kleine Events oder Aussendungen und auch manchmal schon die eine oder andere bezahlte Kooperation.

 

Workshops ahoi

„Wir suchen jemanden der Social Media Seminare macht.“ – „Gerne!“ Als ich das am Telefon gesagt hatte, war ich komplett fertig, weil mal wieder mein Mund schneller war als meine Gedanken. Ich und meine „Ich kann alles“- Art, hatte mich womöglich gerade reingeritten. Das ich Menschen gut Dinge erklären kann, das wusste ich damals auch schon – aber fremden Menschen? Und gleich ein 15 – 20 davon? Ich wurde ziemlich nervös. Wie viele Slides braucht man? Brauche ich welche? Wie lange soll das nochmal sein? Muss ich Pausen einbauen? Hilfe! Ich werde diesen Tag nie vergessen als ich vor einer Gruppe von 20 Menschen stand und ich nicht wusste, was passieren würde. Was aber passierte, war großartig: Ich habe es nach den ersten 20 Minuten geliebt. Mein erstes Seminar und ich war komplett hin und weg, wie viel Spaß das machte. Bis auf eine Schülerin (die üblichen 10% einfach) waren auch alle ganz happy und so bin ich komplett beflügelt nachhause gefahren. Das war 2013 und der Startschuss für meine Idee für die August.Academy. Es folgten Workshops in Unternehmen bei denen ich Social Media Strategien erarbeite, Dinge erkläre und dann irgendwann die erste Anfrage, ob ich doch einmal ein „Blog Coaching“ machen würde. So kam es dann auch, dass ich mich auf das Thema „Blogs“ konzentriert habe. Und im nächsten Schritt mich begonnen habe mit Preisgestaltung von Bloggern, Prozessoptimierungen & Co zu beschäftigen. Was heute mein tägliches Brot ist – von beiden Seiten. Egal ob jetzt gerade ein Blogger oder Social Media Influencer, der bei mir ein Coaching bucht mich anruft, um sein Angebot überarbeiten zu lassen oder mich ein Unternehmen fragt, was denn dieser Blogger oder Influencer kosten darf. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht?

Blog Workshops Wien Salzburg Graz
Blog Workshops in Österreich

Cut Off – Hello Influencer Marketing

Was einem schnell passiert, wenn man viel kann und viel lernt: Es wird zu viel. Viele meiner Bloggerkolleginnen beklagen sich, dass ihr Job so anstrengend ist, aber meistens ist es so, weil sie einfach zu viele Baustellen haben. Nicht ohne Grund haben manche nun einen Shop, starten Podcasts  – man muss schauen, wie viel man schafft, wenn man kein Team von 20 Leuten haben möchte. (und das möchte ich auch nicht) Es kommt deswegen immer wieder der Punkt in dem man sich entscheiden muss: Suche ich mir Partner, die meine Baustellen übernehmen? Was mache ich noch? Und wo verdiene ich mein Geld? 2015 waren die Baustellen einfach zu viele. Facebook. Instagram, Community Management, Ads, Webseiten, Newsletter, usw. Ich habe die gesamte Palette, die man für ein sichtbares Unternehmen im Netz braucht, angeboten und dann auch noch eine lange Datenbank mit Influencern gehabt, Anfragen & Co. Ich habe das gemacht, was ich mich davor nicht getraut hätte. „Ich mache nur mehr Influencer Marketing & Blogs.“ Als ich diesen Entschluss gefasst habe, hat sich das noch nicht so gut angefühlt. Aber nach ein paar Wochen war alles gut. Selbst als Bloggerin (die das ganze als Unternehmens sieht) unterwegs, Unternehmen dabei zu beraten wie sie mit mir und meinen Kollegen arbeiten – super. Dann auch noch mit meiner Erfahrung im Online Marketing und dem Verständnis (und der Liebe) fürs Internet: Genau das, was ich immer machen wollte. Und dann noch als Unternehmensberaterin (Kommunikation) genau dort zu helfen, wo ich einfach Zuhause bin: Im Marketing & der Arbeit mit Menschen.

 

Was machst du jetzt genau?

Eine Frage, die ich oft bekomme: Wer mir im Netz folgt, der findet eine Menge Dinge von mir – I know. Aber es ist ganz einfach. Ich mache das, was ich gut kann und es hat alles mit Influencern & Blogs zu tun.

  • Influencer Marketing  – Ich bringe Influencer und Unternehmen im passenden Rahmen zusammen, lerne ihnen das Handwerk für ihre Zusammenarbeit und begleite sie dabei, das Beste aus ihren Gemeinsamkeiten & Unterscheidungen zu machen, damit sie beide am meisten Reichweite, Aufmerksamkeit, Liebe & Co bekommen. Daran arbeite ich nicht alleine  😉 –> August digital
  • Content Creation – Ich erstelle Inhalte für Andere. Ich schreibe für andere Blogs, mache Fotos, erstelle Stories rund um Marken und mache für sie die Inhalte. Selbst oder mit Menschen die genau die passende Handschrift für die Marke haben. –> August digital
  • Influencer Coaching – Ich helfe Influencer dort, wo sie es brauchen. Ich stehe beratend zur Seite und helfe ihnen mit dem besten Team, das zu schaffen, was sie sich wünschen. Das Ziel: Think Big!
  • Influencer & Marketing Trainer –  Ich zeige jenen, die Influencer werden wollen den Weg, zeige ihnen, was das Internet ihnen zu bieten hat, lerne Unternehmen, was sie mit welchen Influencern erreichen können und helfe ihnen dieses neue Marketing Tool in ihrer Organisation zu etablieren. Influencer Marketing Workshops
  • Blog Love – Ich schreibe hier meinen persönlichen Blog, bin selbst Bloggerin aus ganzem Herzen. Ich schreibe auch in der Zwischenzeit richtig gerne (auch auf Deutsch) und liebe es zu fotografieren. Mein Blog ist aber noch immer die Spielwiese, die es immer war: Hier probiere ich alles aus und es gibt mir die Berechtigung, alles auszuprobieren. Egal, ob es eine blöde Story auf Instagram ist, ich Music.ly ausprobiere oder auch mal meinen Blog zerschieße, weil ich ein Plugin teste.

 

Zusammengefasst: Ich tue gerade das, was mir am leichtesten von der Hand geht. Ich stehe jeden Tag auf und kann es nicht erwarten wenn ich wieder um 8:30 vor meinem Computer sitze. Ich sacke am Abend nicht erschöpft in einen Sessel, sondern bin beflügelt von dem, was ich tue. Meine Arbeit ist anstrengend, aber ich bin nicht erschöpft jeden Tag. Das, was mich am meisten anstrengt, ist nicht  die Zeit zu haben, um alle Artikel zu lesen, die über meine Themen jeden Tag veröffentlicht werden oder manchmal ein Buch quer lesen zu müssen weil mir die Zeit fehlt, da in die Tiefe zu gehen oder, dass ich manchmal meine Blogger-Termine verschieben muss, weil ich doch nicht so viel umsetzen kann. Ich würde mich manchmal gerne Klonen.  Ob das alles war? Sicher nicht! Ob das immer mein Job bleiben wird? Nein, ich hab eine Exit Strategie, wenn mir das Internet mal reichen sollte.

Was ich euch aber mit dieser Geschichte sagen möchte:

Ihr könnt alles erreichen, was ihr wollte – und wenn ihr noch nicht wisst was ihr wollt, bleibt einfach wachsam. Das Leben wird euch die Sachen aufzeigen, die möglich sind – man kommt dann an, wenn man ankommen muss. Ran an die Arbeit 🙂 

Job Influencer Marketing

und ja, das ist ganz sicher nicht das Ende der Geschichte… in ein paar Jahren mache ich womöglich was ganz anderes – you never know.

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